Gewitter im Frühling: 2200 Blitze in Schaffhausen!

Gewitter sind in der Schweiz meist ein Sommerphänomen. In diesem Jahr gehen schon im Frühling immer wieder Gewitter nieder. Am frühen Dienstagmorgen entluden sich rund 2200 Blitze bei einem Gewitter rund um Schaffhausen. Auch in der zweiten Tageshälfte muss mit neuen Gewittern gerechnet werden.

Das Kalenderblatt zeigt den 12. April und schon wurden die Bewohner von Schaffhausen von einem Gewitter aus dem Schlaf gerissen. Das Gewitter brachte dem Grossraum Schaffhausen, inklusive deutschen Gebieten, rund 2200 Blitze. Davon schlugen rund 1700 in den Boden ein. Auf der Messstation Schaffhausen brachte die Gewitterzelle rund 11 Millimeter Regen.

Schon im Frühling kann es zahlreiche Entladungen geben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Doppelter Blitz Schon im Frühling kann es zahlreiche Entladungen geben. Archivbild von Roger Moser

Temperaturunterschiede sind matchentscheidend

Gewitter gehören für uns zum Sommer. An heissen Tagen muss am Abend oft mit Gewittern gerechnet werden. Gewitter können aber auch in den anderen Jahreszeiten auftreten. Selbst im Winter sind Gewitter absolut möglich. Dazu braucht es vor allem grosse Temperaturunterschiede. Solche treten oft auch im Frühjahr auf. Im April kann sich der Boden durch die kräftige Sonneneinstrahlung schon stark erwärmen. Erreicht uns gleichzeitig in der Höhe eisige Luft, meist aus Norden, kommt es zu grossen vertikalen Temperaturunterschieden und entsprechend zur Bildung von Gewittern. Diese Voraussetzungen waren in der Nordschweiz schon am Montagabend gegeben. Am Dienstagmorgen zog eine aktive Kaltfront nochmals über die Region hinweg. Weil die Luft in der Höhe damit nochmals kühler wurde verstärkte sich der Temperaturgradient wieder und so kam es zur neuerlichen Blitzentladung.

Nicht alle Blitze schlagen in den Boden ein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bodenblitz Nicht alle Blitze schlagen in den Boden ein. Archivbild von Andreas Landolt

Zwei Blitzarten

Blitze sind die Folge von luftelektrischen Entladungen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Arten von Blitzen. Sogenannte Wolken-Wolken-Blitze und Bodenblitze. Wolken-Wolken-Blitze entstehen durch Ladungsunterschiede innerhalb der Atmosphäre, sei dies innerhalb einer einzelnen Wolke oder zwischen zwei Wolken. Bodenblitze sind die Folge einer Entladung zwischen dem Erdboden und der Wolkenunterkante. Die eigentliche Entladung erfolgt dabei allerdings von der positiv geladenen Bodenoberfläche zur negativ geladenen Wolkenunterkante.

Nicht jeder Blitz schlägt in den Boden ein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wolken-Wolken-Blitz Nicht jeder Blitz schlägt in den Boden ein. Archivbild von Rahel Levy