Nur sechs Tage Sommer im Juni 2016

Der Juni ging gestern mit durchschnittlichen Temperaturen zu Ende. Das sagt aber nur die halbe Wahrheit: Sommerlich warme Tage mit 25 Grad und mehr hatten Seltenheitswert.

War ein Monat zu kalt oder zu warm? Um dies zu beurteilen, vergleicht man die Monatsmitteltemperatur mit einem 30-jährigen Mittelwert aus der Vergangenheit. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf die Normperiode 1981 bis 2010. Und man glaubt es kaum: Der gestern zu Ende gegangene Juni brachte ganz normale Temperaturen.

Regenwolken sorgen für milde Nächte

Blitze erhellen den Himmel über WInterthur. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gewitter am Nachthimmel. Sylvia Michel

Die Tagesmitteltemperatur mittelt die Temperatur über 24 Stunden, das Monatsmittel ist der Durchschnitt aller Tagesmittel. Die Nächte werden also auch berücksichtigt.

Hochdruckwetter sorgt für klare und frische Nächte und sonnige und warme Tage. Nun hat ein solcher Sommertag mit 10 Grad am frühen Morgen und badetauglichen 27 Grad am Nachmittag oft eine tiefere Mitteltemperatur als ein wechselhafter Tag mit 17 Grad am Morgen und 23 Grad am Nachmittag. Ob wir das Wetter aber als sommerlich empfinden oder nicht - das bestimmt alleine die Höchsttemperatur.

So wenige Sommertage wie seit 17 Jahren nicht mehr

Die Springbrunnen auf dem Bundesplatz sorgen für Abkühlung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Badewetter auf dem Bundesplatz in Bern. Luciano Moraschinelli

Ab einer Höchsttemperatur von 25 Grad spricht man in der Meteorologie von einem Sommertag. Im Flachland der Alpennordseite gibt es im langjährigen Mittel im Juni rund 10 Sommertage, in diesem Jahr waren es aber nur zwischen fünf und sieben.

Anzahl Sommertage im Juni

Ort
Mittel
201620031999
Basel117305
Bern85283
Chur117295
Luzern106294
Zürich106294

Letztmals weniger Sommertage gab es vor 17 Jahren: Im Juni 1999 wurde die 25-Grad-Marke nur drei- bis fünfmal erreicht oder überschritten. Das andere Extrem: Der Rekord-Juni 2003 brachte unglaubliche 29 Sommertage!