Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Haus und Kirche in der Nacht, es schneit etwas.
Legende: Lü/GR auf 1920 Meter In den Genuss von Schnee kamen in der Nacht nur wenige. In der Nacht lag die Schneefallgrenze verbreitet über 2000 m. Peter Wehrli
Inhalt

Sturm und Regen Weihnachtstauwetter harassweise

Tief "Tete" brachte der Alpennordseite am Sonntag und Montagvormittag intensiven Niederschlag und schwere Sturmböen, auf den Bergen Orkanböen. An Weihnachten setzt sich im Alpenraum aber ruhiges Hochdruckwetter durch.

In der Nacht von Sonntag auf Montag zog Tief «Tete» von Deutschland nach Ungarn. Es sorgte vor allem auf den Bergen der Zentral- und Ostschweiz für Orkanböen. Die stärkste Böe wurde am frühen Morgen auf dem Titlis mit 143 Kilometern pro Stunde gemessen. Orkanböen wurden unter anderem auch auf den Jungfraujoch, dem Säntis und dem Chasseral im Jura gemessen, ebenso auf den Bündner Bergen Vorab und Corvatsch. In tieferen Lagen wurden rund 100 Kilometer pro Stunde verzeichnet, so in Altdorf und in Glarus. Im Laufe des Tages wird der Wind nun aber deutlich schwächer.

Grosse Regenmengen

Von Sonntagmittag bis am Montagvormittag fielen grosse Niederschlagsmengen, meist in Form von Regen. In Ebnat-Kappel im Toggenburg fielen innerhalb von rund 18 Stunden fast 80 Millimeter Regen. In den angrenzenden Gebieten wurden gut 60 Millimeter gemessen.

Ein Bach ist kräftig angeschwollen, so dass die Bäume jetzt teilweise im Wasser stehen.
Legende: Teilweise Hochwasser Auch im Norden der Stadt Zürich hatten die Bäche teilweise Hochwasser. FB

Ärger Schneefallgrenze und grosse Lawinengefahr

Am Sonntag sorgte die Warmfront von «Tete» für ein Ansteigen der Schneefallgrenze auf rund 2000 Meter. Die grossen Regenmengen sorgten verbreitet für eine Schneeschmelze und entsprechend stiegen die Flusspegel an den Voralpen weiter an. Oberhalb von rund 2500 Metern gab es dagegen grosse Schneemengen. Stellenweise fielen in den Hochalpen 50 Zentimeter Neuschnee. Allerdings sind die Messwerte mit Vorsicht zu geniessen, da die Orkanböen zu grossen Schneeverfrachtungen führten. In den Hochalpen, sowie am nördlichen Alpenkamm ist, gemäss Institut für Schnee- und Lawinengefahr, die Lawinengefahr zurzeit gross, also Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala. Am Oberalppass kam es zu einem grösseren Lawinenabgang.

Am Morgen lagen nur noch einzelne Schneehaufen im Dorf.
Legende: Tristesse am Montagmorgen Am Montagmorgen war es in Alt St. Johann im Toggenburg grün. Immerhin: Im Laufe des Tages gab es nochmals etwas Schnee. Marco Walt

Doch noch etwas Schnee

Im Laufe des Montags (Heiligabend) sinkt die Schneefallgrenze in der Zentral- und Ostschweiz stellenweise unter 1000 Meter. Mit der kühleren Luft geht allerdings auch der Niederschlag an den meisten Orten rasch zu Ende, so dass es nur ganz lokal doch noch für weisse Weihnachten reicht. Danach beruhigt sich das Geschehen, und ein kräftiges Hoch über Deutschland bestimmt ab Weihnachten das Schweizer Wetter. Das bedeutet Hochnebel über dem Flachland. In den Alpen und im Süden gibt es viel Sonnenschein.

Schneetreiben auf der Lenzerheide.
Legende: Lenzerheide So hätten wir es gerne. Auf der Lenzerheide ging der Regen am Montag wieder in Schnee über. Juerg R. Eberhart

Typische Weihnachtstauwetter

Hohe Temperaturen zur Weihnachtszeit haben in unseren Breiten Tradition. Während in den ersten Dezembertagen aus Norden oft eisige Luft zu uns vorstösst, bilden sich nach der Monatsmitte Tiefdruckgebiete über dem nahen Atlantik. Sie führen um die Weihnachtstage oft zu einer Südwest- bis Westströmung, die im Alpenraum zu einem Wärmeeinbruch und zu Tauwetter führen. Man spricht daher vom sogenannten Weihnachtstauwetter. Oft liegt die Schneefallgrenze deutlich oberhalb von 1000 Metern, manchmal, wie jetzt am Sonntag, sogar oberhalb von 2000 Metern. In der Regel schwemmt dieser Regen den Schnee im Flachland weg, manchmal auch bis in Höhenlagen bis 1000 Meter oder noch höher. Das war in diesem Jahr nicht anders, und auch 2017 schmolz der Schnee am 21. Dezember dahin. 2015 und 2016 blieb das Weihnachtstauwetter nicht aus. Nur: Damals konnte gar nichts tauen: Es lag schon vorher kein Schnee!

Trefferquote liegt bei 70 Prozent

Das Weihnachtstauwetter gehört zu den meteorologischen Singularitäten. In Deutschland tritt eine Warmphase zwischen dem 22. und dem 28. Dezember in rund 7 von 10 Jahren ein, in der Schweiz ist es tendenzmässig eher etwas früher. Damit ist das Weihnachtstauwetter ein extrem sicherer Witterungsregelfall, viel sicherer als beispielsweise die Eisheiligen oder die Schafskälte.

Windböen im Flachland (Stand 13.00h)

MessstationStärkste Windböe
Salen-Reutenen/TG95 km/h
Luzern/LU90 km/h
Bühler/AR90 km/h
Oberriet / Kriessern /SG84 km/h
Gösgen/SO83 km/h
Heiden/AR82 km/h
Steckborn/TG80 km/h
St. Gallen/SG79 km/h
Herisau/AR79 km/h
Zürich / Fluntern/ZH75 km/h

Windspitzen in den Tälern (Stand 13.00 Uhr)

Urner Boden/UR
117 km/h
Altdorf/UR
101 km/h
Glarus100 km/h
Quinten/SG99 km/h
Bad Ragaz/SG
93 km/h

24h-Niederschlagssummen (Stand 10.00h)

MessstationNiederschlagssumme
Ebnat-Kappel/SG87.3 mm
Klöntal Schwändeli/GL77.4 mm
Starkenbach/SG76.7 mm
Derborence/VS72.1 mm
Weissfluhjoch/GR71.7 mm
Elm/GL71.4 mm
Oberiberg/SZ69.1 mm
Steingletscher/BE68.2 mm
Innerthal/SZ68.1 mm
Wädenswil/ZH66.9 mm
Hörnli/ZH63.4 mm
Riedholz / Wallierhof/SO60.0 mm

Stärkste Böen auf den Bergen (Stand 13.00h)

MessstationStärkste Windböe
Titlis143 km/h
Jungfraujoch/BE131 km/h
Säntis130 km/h
Weissfluhjoch125 km/h
Chasseral/BE123 km/h
Pilatus122 km/h
Vorab Gletscher/GR122 km/h
Piz Corvatsch/GR119 km/h
Crap Masegn/GR118 km/h
Gütsch/UR116 km/h