Sturm und Wärme: Tief Thomas tobt sich aus

Der Frühling ist ins Land gestürmt. Orkantief «Thomas» brachte Orkanböen und Rekordwärme. Auf Freitag lässt der Sturm nach, und es wird kälter.

Himmel mit teils Wolkenfeldern, Säntis. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Waldstatt AR Ausserordentliche Wärme im Februar. Monika Brunner

Im Grunde geschah am Mittwoch nichts Neues im Westen. Über dem Atlantik irgendwo zwischen Neufundland und Schottland bildete sich ein kleines Tief. Das passiert ständig in dieser Region. Und doch war etwas anders: Das Tief wurde immer stärker - und zog rasch nach Europa.

Am Donnerstag in der Früh lag das Tief bereits über England mit einem Kerndruck knapp unter 980 Hektopascal. Innert nur einer Nacht also wurde aus einem kleinen unscheinbaren Tief mit dem Namen Thomas ein zerstörerischer Orkan.

Die Schweiz: nicht ganz so stürmisch....

England, Nordfrankreich und Deutschland wurden vom Tief voll erwischt. Orkanböen von 150 km/h brachten in diesen Gebieten viele Schäden, verursacht vor allem durch umgestürzte Bäume. Wir in der Schweiz befinden uns weiterhin rund 1000 Kilometer vom Kern des Tiefs entfernt - und trotzdem hat es auch bei uns tüchtig geblasen.

Stärkste Windböen bis 17:20

Messstation
Windstärke (in km/h)
Jungfraujoch124
Uetliberg/ZH119
Bantiger/BE116
Koppigen/BE103
Zürich-Fluntern99
Egolzwil/LU96
Salen-Reutenen/TG91
Zürich-Affoltern91
Fribourg89
Wynau/BE85
Payerne/VD81

... dafür Rekordwärme

Besonders markant war der Temperaturanstieg. Der Südwestwind brachte sehr warme Luft ins Land. Die Temperaturen erreichten verbreitet Werte um 19 Grad, und stellenweise reichte es sogar für neue Februar-Wärmerekorde.

Neue Februarrekorde

Messstation
Heutiger Rekord
Bisheriger Rekord
Messreihe seit
Sitten/VS21.4 °C
19.8 °C (21.2.1998)
1958
Luzern19.9 °C
18.8 °C (14.2.1958)
1886
Wynau/BE19.5 °C
17.5 °C (24.2.1990)
1978
Güttingen/TG19.2 °C
16.9 °C (22.2.2016)
1959
Zürich-Fluntern18.8 °C17.7 °C (24.2.1990)
1881
Bern-Zollikofen18.5 °C17.4. °C (24.2.1990)
1864

Daten: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

In der Nacht wird alles anders

In der Nacht zieht «Thomas» über die Ostsee nach Russland und verliert auf seinem Weg rasch an Kraft. In der Nacht gibt es nochmals stellenweise starke Böen, in der zweiten Nachthälfte lässt der Wind auch in der Nordostschweiz mehr und mehr nach. Dafür kommt dann die kalte Winterluft zurück: Bei Temperaturen von lediglich noch 4 bis 8 Grad und lokalen Schauern schneit es bis 600 m, bei Schauern sind sogar Flocken bis 400 m möglich.