Die Meteofrage Was bedeutet «dam» am Ende des Meteo-Signets?

Am Ende des Signets kurz vor der Meteo-Sendung im Fernsehen sind am Himmel Linien mit «dam» gezeichnet. Zuschauer fragen immer wieder danach. Nein, es wurde weder ein «i» noch ein «n» vergessen. «dam» bedeutet Dekameter.

Ein See, Berge und en Bergpanorama, am Himmel ein paar Linien Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Schluss des Meteo-Signets zeigt die Geopotenitallinien. SRF Meteo

Kilometer kennt jeder, Hektoliter auch, hier ist es der Dekameter - der «Zehnermeter». Auf dem Meteo-Signet entspricht beispielsweise 574 dam einem Wert von 5740 m. Es beschreibt die geopotentielle Höhe auf 500 hPa. Wie bitte?

Ganz einfach

Steigt ein Barometer an einem Ballon auf, würde es auf einer Höhe von 5740 m. ü.M. einen Druck von 500 hPa messen.

Warum so kompliziert?

Die nummerische Wettervorhersage berechnet die einzelnen Parameter wie z.B. Temperatur oder Feuchtigkeit auf verschiedenen Levels. Dabei werden die Rechenoperationen nicht auf unterschiedlichen Meereshöhen durchgeführt, sondern auf Druckflächen.

500 hPa

Karte von Europa ezigt ein Geopotentila von 586 über der Schweiz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Geopotential (Linien) über Europa am kommenden Montag. NCEP/SRFMeteo

Beim täglichen Kartenstudium macht sich ein Meteorologe zunächst mit Hilfe der Wetterkarten auf dem 500 hPa Niveau ein Bild der Grosswetterlage. Dabei studiert er unter anderem das Geopotential über Mitteleuropa. Dabei ist aber der absolute Wert (z.B. 580 dam) viel weniger entscheidend als die Veränderung dieses Wertes über die Zeit oder, ob der Wert eher höher oder tiefer liegt als rundherum.

Warum Dekameter?

574 Dekamter braucht auf der Wetterkarte ganz einfach weniger Platz als 5740 Meter. Hektometer oder gar Kilometer wären zu ungenau.

Meteosignet

0:06 min, aus SRF Meteo vom 14.6.2017