Das Wichtigste in Kürze:

Dem «Espresso»-Hörer Roman Koller aus Appenzell fällt auf, dass Autoreifen mit weniger Profiltiefe aus dem Werk kommen als früher. Er fragt sich: «Ist das ein Trick der Industrie, um Rohstoff zu sparen und den Verkauf anzukurbeln?» «Nein», sagt Reifenexperte Reto Blättler. Er leitet beim Touring-Club TCS die regelmässigen Reifentests.

Zwar sei die Beobachtung richtig, dass der Handel zunehmend auf weniger Profiltiefe setze. Dies geschehe aber nicht aus Profitdenken der Reifenhersteller: «Früher hiess es, dass ein Pneu mit mehr Gummi und Profil länger hält. Das stimmt nicht mehr. Weniger Profil bedeutet eine grössere Fahrstabilität und mehr Sicherheit.»

Protzreifen nur auf den ersten Blick besser

Wenn die Gummiblöcke weniger hoch seien, wirke sich das positiv auf den Bremsweg aus. Das heisst, er wird kürzer. Reifenexperte Blättler verweist zudem auf TCS-Tests, die belegen sollen, dass es nicht auf die Wuchtigkeit des Autoreifens ankomme: «Es gibt Reifen mit viel Gummi und beeindruckender Profiltiefe. Doch schon auf den ersten Kilometern reibt sich viel Gummi auf der Strasse ab. «Eine gute Gummimischung und Profilgestaltung ist entscheidend für die Lebensdauer der Autoreifen. Weniger Profiltiefe bedeutet mehr Fahrsicherheit, Rohstoff lässt sich sparen und es bleibt weniger Feinstaub und Gummiabrieb auf den Strassen liegen.»

Sicherheitsgrenze bleibt

Reifen dürfen nur bis 1,6 Millimeter abgefahren werden. Der TCS rät aber nach wie vor, bei vier Millimetern das Pneuhaus aufzusuchen. Tests hätten gezeigt, dass es massive Einbussen bei den Sicherheitskriterien gebe, wenn die Grenze von vier Millimetern erreicht sei.

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