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Seit Wochen protestieren Krankenschwestern gegen die Situation in US-Spitälern
Aus HeuteMorgen vom 08.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Coronakrise in den USA Pflegende haben Angst, zur Arbeit zu gehen

Krankenpflegerinnen demonstrieren in der US-Hauptstadt. Ihnen fehlt es an allem – doch Trump behauptet das Gegenteil.

Auch Protestieren läuft anders während der Pandemie. Vor dem Weissen Haus in Washington haben sich ein Dutzend Krankenpflegende versammelt. Die einzigen Zuschauer sind eine Handvoll Journalisten und herumirrende Obdachlose, die das Zeremoniell stören.

Die Pflegefachkräfte lesen die Namen der verstorbenen Kollegen und Kolleginnen vor. 88 leere weisse Croc-Schuhpaare stehen auf dem Strassenpflaster – als Symbol für die Covid-19-Opfer, die im Einsatz angesteckt wurden, weil sie sich nicht genügend schützen konnten.

Crocs vor dem Weissen Haus
Legende: Pflegekräfte führten in Washington eine Gedenkminute für die Verstorbenen durch, die auch als Protestnote gegen den ungenügenden Schutz in vielen US-Spitälern gedacht war. imago images

Pflegefachfrau: Kritische Sicherheitslage

Die Pflegefachfrau Johanna pflegt Covid-19-Patienten auf der Intensivstation des Medstar Washington Spitals. Sie beschreibt ihre Sicherheit als zunehmend kritisch. Die Arbeitsbelastung sei gestiegen. Es werde erwartet, dass sie zugleich drei bis vier schwerkranke Intensiv-Patienten pflege. Das habe es noch nie gegeben.

Und das Schutzmaterial sei gefährlich knapp. Sie erhalte eine Schutzmaske pro 13-Stunden-Schicht, und gebrauchte Masken würden desinfiziert und wieder benutzt.

Pflegekräfte vor dem Weissen Haus
Legende: Die Demonstrantinnen und Demonstranten prangern die hohe Arbeitsbelastung an: Auf eine Pflegeperson kommen zum Teil vier schwerkranke Covid-19-Patienten. Isabelle Jacobi/SRF

Trump: Es gibt genug Schutzkleidung

Sie habe Angst, wenn sie zur Arbeit gehe, sagt Stefanie, die im selben Spital arbeitet. Die Schilderung der zwei Krankenschwestern stehen im Gegensatz zu den Aussagen der US-Regierung, die US-Spitäler seien nun mit Schutzmaterial eingedeckt.

Als sich kürzlich eine Krankenpflegerin im Weissen Haus über knappes Schutzmaterial beklagte, korrigierte sie der Präsident: Das sei wohl nur für sie knapp. Er habe anderes gehört, es gebe nun genügend Schutzkleidung.

Gewerkschafter widerspricht Regierung

Das sei schlicht falsch, sagt Gewerkschafter Ken Zinn von den National Nurses United, dem grössten Pflegepersonal-Verband in den USA. Er lade die US-Regierungsmitglieder ein, Spitäler zu besuchen, um selber zu sehen, wie ungenügend der Schutz sei.

Die US-Pandemie-Agentur «Center for Disease Control» zählte am 7. April gut 9000 bestätigte Covid-Infektionen von Pflegepersonen – eine unvollständige Zahl, da viele US-Bundesstaaten keine solche Statistik erstellen. Im Bundesstaat Ohio war eine von fünf positiv getesteten Personen aus dem Krankenpflegebereich.

Heute Morgen, 8.5.2020, 6 Uhr

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Eine Schande, dass diese Menschen für Ihren Einsatz ihr Leben lassen müssen.
    Eine Schande, dass sie nicht geschützt werden.
    Eine Schande, dass sie einen Präsidenten haben, der diese Zustände zu verantworten hat
    Eine Schande, dass unverbesserliche Corona-Leugner das Virus fleissig weiterverbreiten.
    Und wir, die wir hier relativ glimpflich davon zu kommen scheinen, haben nichts Besseres zu tun, als uns über 2 m Abstand aufzuregen. Statt froh zu sein! Auch eine Schande!
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Eva Werle Wir bitten Sie, sich in der Verwendung von Zuordnungsschlagwörtern wie "Corona-Leugner", "Gutmensch" oder auch "Klima-Hysteriker" zurückzuhalten. In der Regel heizt deren Verwendung konstruktive Diskussionen unnötig an. Vielen Dank und freundliche Grüsse.
    2. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      Liebes SRF,
      Danke für den Hinweis. Das genau ist mein Bestreben: konstruktive Diskussionen!
  • Kommentar von Sebastian Köhler  (Tekk)
    Mich stört etwas das man die USA mit kleineren Ländern vergleicht und so den Eindruck vermittelt das die USA viel härter getroffen wird. Die USA hat über 500Mio Einwohner, man müsste also alle Fälle in Europa zusammen zählen um das vergleichen zu können.
    1. Antwort von Enrico Dandolo  (Doge)
      Die USA haben nicht einmal 330 Mio Einwohner. Europa über 740 Mio.
    2. Antwort von SRF News editor
      Stand: 2016
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Schon erstaunlich auf was man stösst beim recherchieren. Warum geht Schweden einen anderen Weg. Nun A. Sie hatten die Schweinegrippe etwas anders erlebt. Sie hatten geimpft wie wild und dann gab es Nebenwirkungen und zwar gehäuft. Welche Nebenwirkungen. Die Schlafkrankheit. Schon seltsam, dass die Schlafkrankheit ab 1916 gehäuft auftrat. Zudem die Schweinegrippe war eine Fehlhysterie sondergleichen ,das hat uns viel gekostet. Ich denke es ist wirklich an der Zeit die Geschichte neu zu schreiben
    1. Antwort von Esther Jordi  (EstherJ.)
      "Ich denke es ist wirklich an der Zeit die Geschichte neu zu schreiben"
      Das tun Sie gerade. Was hat das Jahr 1916 mit der Schweinegrippe bzw. mit der aus der Impfung resultierenden Schlafkrankheit zu tun?