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Medizinaltechnik im Fokus Eine aufstrebende Branche im Überblick

Die «Implant Files» werfen ein schiefes Licht auf die Medizinaltechnik-Branche. Höchste Zeit also, sich ein Bild über eine wachsende Branche zu verschaffen.

Verteilung des Reichtums

Was ist Medizinaltechnik? Die meisten Schweizer Hersteller sind im Bereich Spitalausrüstung und Einwegartikel tätig. Darunter fallen zum Beispiel viele Geräte in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis; von der Spezialwaage bis zum Ohrspülgerat. Ganz bedeutend ist auch die Produktion künstlicher Gelenke (Orthopädie). Weitere Anwendungsfelder in der Schweiz sind Produkte für die Unterstützung der medizinischen Rehabilitation oder Alltagshilfen.

Legende:
Schweizer Medtech-Hersteller nach Anwendungsfeldern SMTI 2018

Beschäftigte: Die rund 1400 Unternehmen (Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Händler und Vertreiber) erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 15.8 Milliarden Franken. Das entspricht 2.3 % des Schweizer Bruttoinlandproduktes.

Typisch für die Schweiz ist auch die Branchenstruktur. 93 % der Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeitende, gehören also zu den KMU. Kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden stellen gar die grösste Gruppe dar. 2017 beschäftigte die Schweizer Medtech-Industrie rund 58'500 Mitarbeitende, respektive 1.1 % der Beschäftigten in der Schweiz. Die grossen Unternehmen machen dafür den grössten Umsatz.

Medtech: Schnittstelle der Schweizer Industrie-Schwergewichte

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  • Die Medizinaltechnik besetzt – wie auch der Name nahelegt – eine Schnittstelle zwischen Industrie/Technologie und Pharma.
  • Zum Vergleich: Der Branchenverband SwissMEM, der Unternehmen aus der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie umfasst, vertritt rund 1050 Mitgliedsfirmen, die zusammen 320'000 Mitarbeitende in der Schweiz beschäftigen und weitere 500'000 im Ausland.
  • Der Anteil der MEM-Industrie an der Schweizer Wirtschaftsleistung (BIP) macht über 7 Prozent aus und ist damit der grösste industrielle Sektor in der Schweiz. Im vergangenen Jahr ging mit einem Exportvolumen von 66,7 Milliarden Franken fast ein Drittel aller Schweizer Exporte auf das Konto der MEM-Industrie.
  • Noch mehr exportierte die Schweizer Pharma-Industrie mit einem Volumen von 83,8 Milliarden Franken. In der Schweiz sind rund 45'000 Mitarbeitende in dieser Branche beschäftigt. Nimmt man die Zulieferindustrien dazu, sind es nochmals 181'000 Beschäftigte.
  • Alle Unternehmen dieser Industrie, die im Verband Interpharma zusammengeschlossen sind, erzielten 2017 zusammen einen Umsatz von über 87 Milliarden Franken.
Legende:
Entwicklung der Medtech-Beschäftigen in der Schweiz SMTI 2018

Umsatz: 2017 erzielte die Medtech-Industrie einen geschätzten Umsatz von 15,8 Milliarden Franken. Über die letzten sechs Jahre zeigt die Branche ein Umsatzwachstum von rund 6 % pro Jahr. Das erzielte Wachstum liegt über jenem des Schweizer BIP der letzten Jahre (1.4 % in 2016 und 1.1 % in 2017).

Legende:
Entwicklung des Medtech-Umsatzes in der Schweiz SMTI 2018

Grösste Arbeitgeber: Die bekanntesten Schweizer Medtech-Unternehmen sind Johnson & Johnson (ehemals Synthes), Roche Diagnostics und Sonova. Die Tabelle zeigt die fünf grössten Medtech-Arbeitgeber in der Schweiz.

Das sind die grösste Medtech-Arbeitgeber in der Schweiz


Kernaktivitäten in der Schweiz
Hauptsitz
Mitarbeitende in CH
Umsatzwachstum global
J&J Medical
Kardiologie, Orthopädie etc.
USA
3800
8.7 %
Roche Diagnostics
In-Vitro-Diagnostik, Laborbedarf
CH
2800
5.0 %
Biotronic
Kardiologie
D
1245
k.A.
Sonova
Hals / Nasen / Ohren
CH
1219
15.6 %
Medtronic
Medikamentenabgabe, Diabetesbehandlung etc.IRL
1100
3.0 %

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