20 Jahre Haft für griechischen Ex-Minister

Ein Gericht hat den früheren Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos schuldig gesprochen – wegen Geldwäscherei und Bestechlichkeit.

Tsochatzopoulos bei seiner Verhaftung 2012. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tsochatzopoulos (rechts im Bild) bei seiner Verhaftung 2012. Keystone

Der ehemalige Verteidigungsminister war einer der wichtigsten griechischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte. Nun muss der 74-jährige Akis Tsochatzopoulos für 20 Jahre hinter Gitter. Er wurde wegen Geldwäscherei und Bestechlichkeit schuldig gesprochen.

Neben dem Politiker sprach das Gericht auch seine Frau, seine deutsche Ex-Frau, seine Tochter sowie mehrere Mitarbeiter schuldig. Sie erhielten Gefängnisstrafen von 6 bis 16 Jahren.

Tsochatzopoulos und die anderen Verurteilten haben laut Gericht 55 Millionen Euro an Bestechungsgeldern entgegengenommen. Dabei ging es um Rüstungsgeschäfte mit Deutschland und Russland.

Das Verfahren gegen den griechischen Politiker warf Wellen bis in die Schweiz und hat Untersuchungen der Bundesanwaltschaft ausgelöst.

Zweite Verurteilung

Für Tsochatzopoulos ist es bereits das zweite Urteil in diesem Jahr. Am 4. März wurde er wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft und 520'000 Euro Strafe verurteilt.

Tsochatzopoulos war 1974 Gründungsmitglied der sozialistischen Pasok und amtierte seit 1981 in verschiedenen Ministerposten. Nach dem Rücktritt von Parteigründer Andreas Papandreou wäre er 1996 beinahe Pasok-Vorsitzender und Ministerpräsident geworden. Er Unterlag aber Kostas Simitis.

Von 1996 bis 2001 war Tsochatzopoulos unter Simitis Verteidigungsminister. In dieser Zeit wurden die umstrittenen Rüstungsgeschäfte abgewickelt.