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International Ägypten: 49 Tote am Jahrestag der Revolution

Ägyptens Übergangsregierung hat den dritten Jahrestag der Revolution von 2011 gefeiert – überschattet von massiver Gewalt. In der Hauptstadt Kairo hagelte es Tränengasraketen. Mindestens 49 Menschen kamen ums Leben.

Den Feiern zum Trotz: Bei Protesten gegen die Militärmachthaber in Ägypten kamen mindestens 49 Menschen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium in Kairo mitteilte. 247 weitere Personen wurden verletzt. Allein 26 Todesopfer habe es in der Hauptstadt und ihren Vororten gegeben, wo sich Regierungsgegner den ganzen Tag blutige Strassenschlachten mit der Polizei lieferten.

Legende: Video Strassenschlachten in Ägypten fordern 49 Tote abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.01.2014.

Die Polizei ging mit Tränengas gegen hunderte islamistische und liberale Demonstranten in Kairo vor. Nach Beobachtungen eines Reuters-Reporters feuerten Sicherheitskräfte jedoch auch scharfe Munition in die Luft, um eine Gruppe von rund 1000 Menschen zu zerstreuen.

Die Übergangsregierung feierte am Samstag unter grossen Sicherheitsvorkehrungen den dritten Jahrestag der Revolution gegen den Langzeitherrscher Hosni Mubarak im Jahr 2011. Laut SRF-Nahostkorrespondent Philipp Scholkmann hat das neue Regime dabei ein gut abgesichertes Volksfest veranstaltet. Protestversuche seien sogleich eingedämmt worden.

Sprengsatz explodiert

In Kairo marschierten die Demonstranten Richtung Tahrir-Platz – dem Ausgangspunkt der Proteste, die vor zwei Jahren zum Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak geführt hatten.

Die liberal-säkularen Demonstranten skandierten Slogans wie «Nieder mit dem Regime». Auch die verbotene islamistische Muslimbruderschaft hatte ihre Sympathisanten zu Demonstrationen aufgerufen. Zuvor war nahe einer Polizeischule ein Sprengsatz explodiert. Verletzte soll es dabei nicht gegeben haben.

Tote bei Attentaten am Freitag

Am Freitag waren bei Bombenanschlägen in Kairo sechs Menschen getötet und fast 100 weitere verwundet worden. Zu der Anschlagsserie auf Polizeistationen bekannte sich eine Al-Kaida-nahe Islamisten-Gruppe, die aus dem Sinai operierende Gruppe Ansar Bait al-Makdis, wie die amerikanische Internet-Beobachtungsstelle SITE mitteilte.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wenn wir unsere eigene europäische, inkl. CH Geschichte betrachten, ist es vermessen zu glauben, die arabischen Frühlinge wären in ein paar Jahren abgeschlossen. Viel wahrscheinlicher werden sie das ganze 21. Jahrhundert unserer Erde prägen. Tendenziell zu beobachten, dass noch viele andere unzufriedene Völker ihre "Frühlinge" vom Zaun reissen werden. Gut möglich, dass das 21. Jh. als Jahrhundert einer neuen Weltordnung in unsere Geschichtsschreibung eingeht. Keine rosigen Aussichten.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Keine rosigen Aussichten haben gerade auch in ihrer Wahlheimat die alteingesessene Bevölkerung, wenn die bisherige Politik und Günstlingswirtschaft im alten Trott weitergeführt wird. Heutzutage sind die Leute durch die modernen Informationstechnologien bedeutend besser über das Weltgeschehen und das Leben im Westen informiert und sie fragen sich, warum sie für alle Zeiten unterprivilegiert sein müssen.
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    2. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Sie drücken es noch euphemistisch aus, Herr A. Planta. Die hiesige "Günstlingswirtschaft" verdient eher das Prädikat Korruption. Nicht ganz verstehe ich Ihre Unterstellung, über was ich mich frage? Über gar nichts, ich sehe nur Reality Show. Gerade die moderne Informationstechnologie bietet den indigenen Völker den Zündstoff, unterdrückte Information/Bildung (auch manipulativ) auf anderen Wegen zu erhalten. Unsere Regierung (nicht blöd), hat das Wahlpotential der Ex-Mayas längst begriffen.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Es war sicher kein schöner aber guter Schritt von Ägypten, das wahre Gesicht der Muslimbruderschaft zu zeigen. Sie haben die Menschen mit "humanitären Hilfen" gekauft um an die Macht zu kommen. Die Demokratie haben sie NUR für die Wahlen missbraucht um an die Macht zu kommen und dann war Pustekuchen mit dem Volkswillen. B. Christen hat wohl mehr Ahnung als der Eine oder Andere hier.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Unter "Humanitäre Hilfe" nehmen Leute wie sie zuerst mal das Töten von Tausenden in Kauf. Wollen sie in Ägypten eine Demokratie errichten muss diese unabhängig sein von Religion, Militär und den Gerichten. Wetten, dieses Regime führt wieder zu Unterdrückung, Korruption und Günstlingswirtschaft und das Volk wird sich wieder dagegen auflehnen?
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Wenn es in Ägypten auch zum Bürgerkrieg kommt, wird das syrische Flüchtlingsproblem noch weit übertroffen werden - auch und gerade für Europa.
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