Afghanistan zögert Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens hinaus

Die Loya Jirga in Afghanistan hat Ja zum Sicherheitsabkommen mit den USA gesagt. Doch Präsident Karsai lässt offen, wann er den Vertrag unterzeichnet. Das birgt Zündstoff.

Die grosse Ratsversammlung in Afghanistan, die Loya Jirga, hat dem Sicherheitsabkommen mit den USA zugestimmt. Gleichzeitig schlug sie in mehreren Punkten Änderungen und Zusätze vor. Unterzeichnen muss schliesslich Präsident Hamid Karsai. Wann er dies tun wird, das hat er offen gelassen.

Karsai hatte zu Beginn der Versammlung vor drei Tagen überraschend angekündigt, erst sein Nachfolger werde den Vertrag unterzeichnen. Das afghanische Volk wählt den neuen Präsidenten im April.

Loya Jirga mit grossem Einfluss

Die Nato beendet nächstes Jahr ihren Kampfeinsatz am Hindukusch. Ab 2015 plant sie aber eine Beratungsmission für den Aufbau und die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte. Voraussetzung dafür ist ein Truppenstatut. Kommt dieses nicht zustande, drohen die USA mit dem vollständigen Abzug ihrer Soldaten. Washington und Kabul streiten sich über das Datum der Unterzeichnung. Die Ungewissheit dürfte die Lage weiterhin angespannt lassen.

Die Entscheidung der Loya Jirga ist nicht bindend. Das Wort der Stammesältesten, Geistlichen und anderen Würdenträgern hat aber so grosses Gewicht, dass Karsai sich darüber nicht ohne weiteres würde hinwegsetzen können. Karsai wollte zum Abschluss der grossen Ratsversammlung heute Sonntag eine Ansprache halten.

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