Analog statt digital: Zurück in die Zukunft

Um sich vor Computerspionage zu schützen, setzen russische Sicherheitsdienste auf die gute alte Schreibmaschine.

1 Mann im Archiv Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gut geschützt: analoge Akten in einem Archiv der Stasi. Keystone

Der Föderale Schutzdienst (FSO) – für die Sicherheit des Präsidenten und der Regierung zuständig – hat gemäss der Zeitung «Iswestija» 20 Schreibmaschinen bestellt. Besonders heikle Dokumente würden nur auf Papier und nicht auf elektronischen Datenträgern archiviert. Das deutsche Modell Triumph-Adler Twen 180 soll bei den russischen Geheimdiensten besonders beliebt sein.

Üblich sei diese Praxis in Russland nicht nur in den Geheimdiensten, sondern auch im Verteidigungs- und im Zivilschutzministerium. Laut dem Ex-Chef des Inlandgeheimdienstes FSB, Nikolai Kowaljow, ist auch die handschriftliche Aufzeichnung geheimer Informationen üblich.

Wichtig sei für die Sicherheitsdienste, dass jede Schreibmaschine ihre eigene Signatur habe – anders als etwa in Serienproduktion hergestellte Drucker. So könne jedes Dokument einer bestimmten Maschine zugeordnet werden.

Der Sprecher des FSO, Sergej Dewjatow, sagte, dass auch alte abhörsichere Telefonleitungen weiter genutzt würden für vertrauliche Gespräche zwischen den Staatsführungen.