Hektik in der Militärallianz Angst vor US-Kurswechsel scheucht die Nato auf

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Nato übt sich in Aktivismus

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nato-Aussenminister kommen heute zu einem zweitägigen Treffen in Brüssel zusammen, um eine engere Zusammenarbeit der Militärallianz mit der EU zu beschliessen.
  • So viele Beschlüsse wie die 28 Aussenminister jetzt fällen wollen, gab es schon lange nicht mehr: Es geht um 40 Kooperationsprojekte mit der EU, von gemeinsamen Marine-einsätzen bis zur Abwehr von Hackern.
  • Damit soll dem neuen, Nato-skeptischen US-Präsidenten Donald Trump die Nützlichkeit der Allianz bewiesen werden. Denn die Angst vor einem Kurswechsel in Washington ist das inoffizielle Hauptthema des Treffens.

Angesicht der Fülle an Vorhaben der Nato stellt sich die Frage, ob die Militärallianz weiss, wohin die Reise gehen soll, oder ob es sich bloss um Aktivismus zwecks Ablenkung handelt. Tatsächlich hat die Nato nämlich drei grosse Probleme:

Erstens Russland: Zwar hat das Bündnis in Moskau seinen alten Feind neu gefunden, aber wie soll man mit ihm umgehen? Ist Konfrontation unvermeidlich, oder wäre Versöhnung nach Moskaus Bedingungen besser?

Zweitens das Verhältnis zur EU: Wird die EU sicherheitspolitisch ergänzend zur Nato tätig werden, oder, wie manche fürchten, in Konkurrenz?

Drittens Donald Trump: Wendet er sich ab, oder waren entsprechende Drohungen nur so dahingesagt? Offenkundig ist jedenfalls: Die Nato ist jetzt derart aktiv, um zu zeigen, wie unverzichtbar die Allianz ist. Gerade auch für die USA.

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