Argentinischer Präsident und Milliardärssohn in Bedrängnis

Wegen der «Panama Papers» ist der argentinische Staatspräsident in einen Erklärungsnotstand geraten. Denn laut den Enthüllungen war Mauricio Macri Direktor einer Offshore-Gesellschaft auf den Bahamas. Eine vier Zeilen kurze Rechtfertigung schaffte aber mehr Verwirrung als Klarheit.

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Bildlegende: Der Form halber sei er Direktor einer Offshore-Gesellschaft gewesen, sagte Argentiniens Staatspräsident Mauricio Macri. Keystone/Archiv

Mauricio Macri stellte inzwischen klar, dass er keine Aktien an der Briefkastenfirma auf den Bahamas besessen habe. Es sei alles gesetzeskonform abgelaufen, sagte er im Fernsehen.

Sein Vater, Franco Macri, habe die Gesellschaft den argentinischen Finanzbehörden gemeldet. Sein Vater sei der Vorsitzende des Unternehmens gewesen, das zwischen 1998 und 2008 existiert habe. Er selbst sei lediglich der Form halber und als Familienmitglied zum Direktor ernannt worden.

Gleichzeitig liess der Sohn des Milliardärs aber offen, ob er für den Posten entlöhnt wurde oder nicht. Wenn ja, so wäre Staatspräsident Macri ein Fall für die Staatsanwälte, denn in seiner eigenen Vermögenserklärung steht nichts dazu.

Ansehen schon beschädigt

Der politische Flurschaden ist für den liberal-konservativen Staatschef aber jetzt schon beträchtlich.

Die peronistische Opposition und selbst prominente Vertreter der regierenden bürgerlichen Koalition verlangen, der Präsident müsse klar Stellung beziehen und alle Zweifel ausräumen. Dass er nun selber ins Zwielicht gerät, behindert die Aktionen gegen die Korruption und die Straflosigkeit, die Macris Regierung mit grossem Elan vorantreibt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Panama Papers»: auch Mauricio Macri belastet

    Aus Tagesschau vom 5.4.2016

    Auch Argentiniens Präsident Mauricio Macri wird von den Enthüllungen der «Panama Papers» schwer belastet und gerät so noch stärker unter Druck. Denn um die Wirtschaftslage seines Landes steht es nicht gut.