Atomstreit mit Iran: «Viel Lärm um nichts»

Die Geschichte wiederholt sich. Einmal mehr verhandeln die UNO-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran über sein Atomprogramm. Und einmal mehr enden die Verhandlungen ergebnislos.

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Atomstreit mit Iran schwelt weiter

1:20 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 6.4.2013

In Kasachstan sind die Verhandlungen über Irans Atomprogramm ohne Ergebnis beendet worden. Beide Seiten lägen «noch weit auseinander», sagte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton nach den zweitägigen Gesprächen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland.

Der Westen hält den Verdacht, dass der Iran heimlich an einem Atomwaffenprogramm arbeitet, für nicht ausgeräumt. Beobachter sprechen von einer Dauerschleife. «Das war wieder viel Lärm um nichts», meint ein westlicher Diplomat. Es gebe zwischen den beiden Seiten kein «gegenseitiges Einverständnis», sagte auch der russische Vize-Aussenminister Sergej Riabkow.

Catherine Ashton schaut einem weglaufenden Mann hinterher. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trennung ohne Einigung: Die UNO-Vetomächte und Deutschland erzielen im Atomstreit mit Iran keine Fortschritte. Reuters

Die 5+1-Gruppe verlangt vom Iran, den ersten Schritt zu machen. Damit meinen die UNO-Vetomächte, dass Teheran dem Kompromissvorschlag vom Treffen im Februar zuzustimmen.

Demnach soll die Arbeit in der Uran-Anreicherungsanlage Fordo verlangsamt und weitere Urananreicherung auf 20 Prozent eingestellt werden. Das Neue daran: Fordo soll nicht mehr geschlossen werden. Ausserdem dürfte der Iran bereits angereichertes Uran nicht nur behalten, sondern auch für den medizinischen Reaktor in Teheran in Brennstäbe umwandeln.