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International «Aushungern ist Kriegsverbrechen»

Mit jedem Tag wird die Lage für Tausende Bewohner belagerter Städte in Syrien gefährlicher. Weil Hilfsgüter in dem Bürgerkriegsland kaum ans Ziel kommen, ist Diplomatie gefragt. Grossbritannien ringt mit Frankreich um eine Lösung. Der UNO-Generalsekretär legt alle Zurückhaltung ab.

@UN_Spokesperson zu #SyriaCrisis

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das vorsätzliche Aushungern von Menschen in den belagerten Städten Syriens als Kriegsverbrechen bezeichnet. In einem Konflikt, der bereits schockierende Tiefen der Unmenschlichkeit erreicht habe, sei dies ein weiterer Tiefpunkt, sagte Ban in New York. «Das Aushungern (von Menschen) als Kriegswaffe zu benutzen, ist ein Kriegsverbrechen», stellte Ban klar.

«Alle Parteien – einschliesslich der syrischen Regierung, die als erstes für den Schutz der Syrer verantwortlich ist – praktiziert diese und andere Gräueltaten, die nach dem humanitären Völkerrecht untersagt sind» fuhr Ban fort. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die Kieg führenden Parteien auszuüben, damit sie ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen gewähren.

Hunderttausende betroffen

Rund 400'000 Menschen leben nach den Worten von Ban in belagerten Orten; davon rund die Hälfte in Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und weitere 180'000 Menschen in Gebieten, die von der syrischen Regierung und ihren Verbündeten kontrolliert werden. Die UNO-Organisationen könnten nur ein Prozent der Menschen in belagerten Gebieten mit Lebensmitteln versorgen.

Legende: Video Hilfsgüter in Madaya verteilt abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2016.

Grossbritannien und Frankreich drängen im Weltsicherheitsrat auf besseren Zugang für Hilfsorganisationen zu belagerten Orten in Syrien. In einer kurzfristig einberufenen Sitzung will der Sicherheitsrats heute Freitag diskutieren, wie Hilfslieferungen die rund 400'000 Betroffenen besser erreichen können.

Druck auf Russland

London rief «alle mit Einfluss auf die syrische Regierung, insbesondere Russland», dazu auf, sofort ungehinderten Zugang sicherzustellen. Russland ist enger Verbündeter von Machthaber Baschar al-Assad. Zuletzt hatte der Sicherheitsrat sich am Montag mit der Lage in Syrien befasst.

In der vom syrischen Regime belagerten Stadt Madaja trafen derweil am Donnerstag weitere Hilfslieferungen für die hungernden Menschen ein. Ausserdem sollen die nordsyrischen Orte Kefraja und Fua Lieferungen erhalten, die seit April von Rebellen belagert werden, wie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) mitteilte.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Nicht fuer alle... es ist nur ein Kriegsverbrechen fuer die Laender die die Charta unterschrieben haben.. dazu gehoert IS sicher nicht.. also nicht jammern, aber mal konzertiert handeln mit einemNATO-Mandat zB..
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Belagerung/Aushungern von Gegnern ist eine Kriegstaktik, die global seit Urzeiten angewandt wird. Ist man strategisch überlegen und hat genug Zeit, ist es für den Angreifer eine optimale Methode. Keiner der Parteien ist unschuldig. Schon gar nicht die "offiziellen" Vertreter der westlichen Menschenrechte. Dieses Jahr beginnt mit noch mehr Lügen als das alte aufgehört hat. Missbrauch von Opfern ist gross in Mode. Ein trauriges Welttheater. Widerlich ist der Missbrauch von Hungernden.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die grösste Anteil von belagerten Syrern lebt seit Jahren in Deir ez - Zor und ist vom IS umzingelt ( über 200 000 Einwohner ), weder die UNO, die westlichen Medien ( Ausnahme Time), Hilfsorganisationen wie das IKRK, haben sich je um diese Menschen gekümmert, ein kollektives Versagen der Menschlichkeit aus politischen Gründen, denn die Menschen in Deir ez - Zor werden nur von der syrischen Regierung per Lufttransport mit Lebensmitteln versorgt und von der SAA / Shaitat vor dem IS geschützt
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