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International Australiens Premier glaubt nicht an den Klimawandel

Für kaum ein westliches Land hat die Veränderung des Klimas schon heute so schwere Folgen wie für Australien. Unter dem neuen Premierminister Tony Abbott unternimmt der Kontinent nichts dagegen. Im Gegenteil: Abbott hat Erlasse der früheren Regierung zur Dämpfung der Treibhausgase zurückgenommen.

Überschwemmte Häuser in Australien
Legende: Überschwemmungen in Australien im Januar 2013: Premier Abbott glaubt nicht, dass der Klimawandel etwas damit zu tun hat. Keystone/Archiv

Der konservative Politiker Tony Abbott sprach vor ein paar Jahren in einem Interview von seinem Zweifel an den Klimawissenschaften. Die Welt sei nicht wärmer geworden, sondern wenn schon dann kühler. Das zeige, dass das Klimagas CO2 vielleicht nicht so schlimm sei, wie Klimwawandel-Katastrophenprediger weismachen wollten. In einem anderen Interview bezeichnete er den Klimawandel als «absoluten Mist».

Seit dem 7. September ist Tony Abbott Premierminister von Australien. Eine Stunde nach seiner Amtseinsetzung leitete er die Abschaffung der von der Vorregierung eingeführten Klimasteuer ein, und einer Steuer auf die Gewinne der Rohstoffindustrie. Jetzt hat Abbott die Finanzierung der Klimakommission gestrichen. Dieses Gremium der besten Klimawissenschaftler Australiens hatte bisher Bevölkerung und Regierung über die Gefahren der globalen Erwärmung informiert. Es war unparteiisch und unpolitisch.

Der kanadische Umweltaktivist David Suzuki sprach im australischen Fernsehen von einem katastrophalen Entscheid. Wie könne sich die Welt durch eine unsichere Zukunft navigieren, wenn man nicht Zugang zur besten Wissenschaft habe, sagte er. Das mache ihm Angst.

Unterstützung durch die Printmedien

Während sich andere emissionsintensive Länder wie die USA und China entscheiden, ihren Ausstoss an Klimagasen zu drosseln, steuert Australien in die Gegenrichtung. Der Grund für die drastischen Entscheide ist in erster Linie ideologisch. Mehrere prominente Mitglieder der neuen Regierung sind erklärte Klimaskeptiker. Doch ihr Einfluss wäre nicht so gross, wenn sie nicht potente Unterstützung hätten. Der Grossteil australischer Druckmedien ist in der Hand des Amerikaners Rupert Murdoch. Seine Zeitungen predigen Klimaskepsis.

Zudem, sagen Kritiker wie Suzuki, hätten schadstoffintensive Industrien in den letzten Jahren weltweit hunderte von Millionen Dollar investiert, um Zweifel an der Wissenschaft zu streuen und damit an den Ursachen des Klimawandels.

Eine gute Investition, auch für die australische Rohstoffindustrie. Denn die ist sehr profitabel unter dem Status Quo. Doch wie lange sich Australien gegen den globalen Trend stemmen kann, ist fraglich.

Leben vom Export eines Klimakillers

Falls oder wenn die Wende kommt, wird sie harte Konsequenzen haben, für die Bevölkerung, für die Wirtschaft. Australien ist der Welt grösster Exporteur von Kohle. Damit hängt ein wesentlicher Teil des wirtschaftlichen Wohlstands von der Ausfuhr eines Produktes ab, das für Wissenschaftler einer der wichtigsten Klimakiller überhaupt ist.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Lüdi, Flawil
    1988 bekam die neu gegründete IPCC von den Regierungen den Auftrag aufzuzeigen, dass es eine Klimaveränderung (Klimakatastrophe) gibt und dass der Mensch daran schuld ist. Auch 25 Jahre später bestimmen die Staaten, welche Forscher am IPCC-Bericht mitarbeiten dürfen und welche nicht. Verschwörungstheorie? Nein, Verschwörungspraxis – real durchgespielt durch Politik und „Wissenschaft“. Und da staunt man noch, dass es Skeptiker gibt? Ja, Herr Vogt, man kann es sich tatsächlich leicht machen...
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  • Kommentar von Bruno Vogt, Zürich
    Oh es ist ja sooo viel angenehmer an Verschwörungstheorien zu glauben und alle wissenschaftlichen Berichte infrage zu stellen. Es ist ja so viel angenehmer zu glauben das wir weiter die Umwelt verschmutzen dürfen wie bisher weil, wer möchte schon das bequeme Leben ändern und mehr bezahlen wenn es doch auch so geht wie jetzt. An all die Skeptiker hier im Forum und sonst wo, glauben sie auch das AIDS erfunden ist von einer Mafia? Wie schön ist es im hier und jetzt zu Leben, nach uns die Sintflut!
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  • Kommentar von Peter Lüdi, Flawil
    Koch: Der Begriff "Ozonloch" ist ebenso unangebracht wie der Begriff "Klimakatastrophe". Aber wer hört schon hin, wenn man von "Klimaschwankungen" spricht!? Ein Ozonloch existiert nicht; wenn schon geht es um eine Ausdünnung dieser Stratosphärenschicht. Vielleicht müsste man sich einfach mal ernsthaft darüber informieren (nicht aus den Klatschspalten oder durch unreflektiertes, endlos wiederholtes Nachquatschen), dass das CO2 mit dieser Ausdünnung nichts zu tun hat. Mal was von FCKW gehört?
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