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International Bald eine Milliarde minderjähriger Bräute

Die Kinderrechtsorganisation ‹Save the Children› schlägt Alarm: Vor allem in Drittweltländern werden immer mehr Mädchen noch minderjährig verheiratet. Aber auch westliche Länder könnten Mädchen bessere Bedingungen bieten. Selbst die Schweiz macht in einem Punkt eine schlechte Falle.

Legende: Video Zwangsheirat abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2016.

Die Kinderrechtsorganisation «Save the Children» warnt vor einer wachsenden Zahl von Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Dienstag anlässlich des Weltmädchentags veröffentlicht wurde.

Demnach leben laut den Vereinten Nationen derzeit weltweit rund 700 Millionen Frauen und Mädchen in Ehen, die sie vor ihrem 18. Lebensjahr eingingen. Im Jahr 2050 könnten es bis zu 1,2 Milliarden sein, schätzt «Save the Children». Weltweit werde alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.

Der Beginn eines Teufelkreises

In Ländern wie Afghanistan, dem Jemen, Indien und Somalia würden Mädchen teilweise bereits im Alter von zehn Jahren verheiratet, heisst es in dem Bericht. Kinderehen seien «der Anfang eines Teufelskreises aus Benachteiligungen». In diesem Teufelskreis würden Mädchen «die grundlegenden Rechte auf Bildung, Entwicklung und Kindsein verwehrt».

Den höchsten Anteil an Kinderehen hat laut dem Bericht Indien. Dort seien fast die Hälfte (47 Prozent) der Mädchen unter 18 Jahren betroffen. Am Beispiel Nigerias zeigt die Organisation auf, dass Mädchen aus armen Familien sehr viel häufiger früh verheiratet werden als ihre reicheren Altersgenossinnen. In dem afrikanischen Land seien 40 Prozent der armen Mädchen bereits mit 15 Jahren verheiratet, unter den reichsten Mädchen nur drei Prozent.

Ranking von 144 Ländern

Auch Gewalt, sexuelle Ausbeutung, schädliche Bräuche wie die weibliche Genitalverstümmelung, schlechtere Bildungschancen und unzureichende Gesundheitsversorgung stellen Bedrohungen für Mädchen dar.

Vor diesem Hintergrund hat «Save the Children» ein Ranking von 144 Ländern erstellt – nach den fünf Kriterien Frühverheiratung, jugendliche Schwangerschaften, Schuldbildung für Mädchen, Frauenanteil im Parlament und Müttersterblichkeit.

Die Schweiz nur auf Platz neun

Am schlechtesten schneiden afrikanische Länder südlich der Sahara ab. Den letzten Platz belegt Niger, hinter Tschad und der Zentralafrikanischen Republik. Doch auch einige westliche Länder zeigen Schwächen. Beispielsweise ist in Grossbritannien (Rang 15) und den USA (Rang 32) die Zahl der Mädchen, die bereits als Jugendliche schwanger werden, verhältnismässig hoch.

Die Schweiz kommt nur auf Platz neun – vor allem wegen ihrer geringen Zahl von Parlamentarierinnen. Am besten ergeht es Mädchen in Schweden. Auf Platz 2 folgt Finnland, vor Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Slowenien und Portugal.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    SRF macht mit einer vereinfachten Darstellung Schlagzeilen. Pro Jahr werden ca. 40 Mio Menschen unter 18 Jahren verheiratet. Bei den 1 Mia (exakter 700 - 800 Mio) zählt man alle lebenden Frauen/Männer, die vor dem 18. Lebensjahr verheiratet wurden. So kommt man zur Schlagzeile, die mehr verwirrt als informiert. Sowohl in Europa las auch den USA gibt es Staaten, in denen man ganz legal teilweise mit 13 Jahren heiraten darf. Der globale Hauptgrund sind jedoch Unterhaltskosten von Kindern.
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  • Kommentar von Edi Marthaler (Eduardo)
    Wie ist es möglich bei 8 Miliarden Erdbewohner 1 Miliarde Mädchen zwangsverheiratet werden? Soviel kann es nich geben!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      So sehe ich dies auch! Die Zahl ist sicherlich etwas überzeichnet dargestellt. Das Problem besteht trotzdem. Jedes minderjährige Mädchen ist eines zuteil. ob 1 Mia. oder 10'000!
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    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Es werden auch die Ehen gezählt, bei denen die Frauen älter sind aber bei deren Schliessung sie minderjährig waren. Hat mich auch irritiert aber wirkt wohl mehr, wenn man mit solch hohen Zahlen um sich wirft.
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  • Kommentar von Mary Roes (MR)
    SRF-News 17.1.14: "Empörung nach Tod einer Kinderbraut in der Türkei" und weiter "...wurde als 11-jährige von ihrer Familie verheiratet. Mit 13 brachte sie bereits ihr zweites Kind auf die Welt...". Den Beitrag von Thomas Seibert, Journalist in Istanbul, sollte man lesen, damit man weiss, dass dergleichen in der TR Alltag ist. Weitere Schlagzeile u.a. im MERKUR.DE 13.9.16: "Flüchtlinge: 161 Kinderbräute in Bayern".
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