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International Bangkok: Viele Verletzte nach Explosion an Demonstration

Während eines Protestzugs in der thailändischen Hauptstadt ist ein Sprengsatz explodiert. Dabei wurden mehr als 30 Menschen verletzt.

Legende: Video Thailand: Explosion bei Protestmarsch (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Vom 17.01.2014.

Bei einer Explosion inmitten einer Demonstration der Opposition in Bangkok sind mehr als 30 Menschen verletzt worden. Der Angriff soll mit einer Granate erfolgt sein, berichtet der demonstrantenfreundliche Fernsehsender «BlueSky».

Auf Bildern des TV-Senders waren Verletzte am Boden zu sehen. Mehrere Ambulanzen standen im Einsatz. Die Zahl der Verletzten könnte sich noch erhöhen, wie «BlueSky» weiter berichtete. Der Sprengsatz sei nur rund 100 Meter hinter dem Oppositionsführer Suthep Thaugsuban explodiert. Er blieb unverletzt.

Thailand wird seit Wochen von einem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition beherrscht. So formierten sich in Bangkok am Freitag auch Anhänger der Regierung. Sie wollen laut der Zeitung «Nation» Demonstranten stören, die einen Regierungskomplex belagern. Sicherheitskräfte halten die beiden Lager aber auseinander.

Nicht der erste Zwischenfall

Immer wieder kam es in Thailand zu Schiessereien und Explosionen bei Protesten, für die die Opposition die Behörden verantwortlich macht. Acht Menschen wurden seit Beginn der Proteste vor über zwei Monaten getötet.

Täter wurden bisher keine gefasst. Die Motive für die verschiedenen Anschläge bleiben unklar. Die Protestbewegung und die Regierung schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Es ist durchaus möglich, dass es wirklich um Angriffe der militanten Anhänger der Regierung handelt.

Günstige Gelegenheit für Putsch

Es könnten aber auch gezielte Provokationen aus den eigenen Reihen der Regierungsgegner sein, deren Proteste bisher weitgehend wirkungslos verpufften. Die Taten könnten darauf abzielen, die Armee zum Eingreifen zu bringen. Diese hat in den vergangen 80 Jahren bereits 18-mal geputscht.

Zwar hat sich das Militär bisher aus dem aktuellen Konflikt herausgehalten. Aber im Moment wäre die Gelegenheit für einen neuen Putsch zumindest günstig: Am Samstag steht in Thailand der Tag der Armee an; Truppen und Waffen wurden bereits in die Hauptstadt verlegt.

4 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Eine Elite hält sich offenbar für etwas Besseres und will die demokratisch gewählte und legitimierte Regierung, die die Mehrheit des einfachen Volkes vertritt, um jeden Preis verjagen und durch eine, ihr genehme, Marionettenregierung ersetzen. Neuwahlen lehnt diese Mini-Opposition ab. Da stünde das Wahlergebnis ohnehin schon vor der Wahl fest. Es scheint noch ein weiter Weg, bis die Oppositionellen das Wesen einer Demokratie begreifen.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wegen der mangelhaften SRF-Berichterstattung haben sie leider den Sachverhalt in Thailand nicht richtig mitbekommen. Die Kommentare weiter unten geben dazu einen Einblick.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Rice farmers " rally "gegen die Regierung in Thailand. Nicht nur die Elite in BKK Demonstriert gegen die Misswirtschaft des Thaxin Clans, sondern auch die Reisbauern aus Phichit, Sukhothai, Pitsanulok, Kamphaengphet , Nakhon Sawan, und Buriram die ihr Geld nicht erhalten, haben die Tatsachen erkannt. Sie protestieren gegen die Regierung, die das Reis-Geld in die eigenen Taschen gesteckt hat.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Die thailänbdischen Gericht haben eine Untersuchung gegen Ministerpräsidentin Yinglock angeordnetm, weil die Subventionen für die armen Reisbauern nicht angekommen sind und das Geld in privaten Taschen verschwunden ist. Intransparente verscheibungen von Geldern und Reisverkäufe nach China sind nun der Inhalt der Untersuchungen. Reformen vor den Wahlen wäre offensichtlich zwingend nötig..
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