Zum Inhalt springen
Inhalt

International Bengasi-Affäre: Clinton zeigt Rückgrat

Letzte Amtshandlung: In Washington hat US-Aussenministerin Hillary Clinton die Verantwortung für den Anschlag auf das Konsulat im libyschen Bengasi übernommen. Es habe höchste Priorität, aus den Geschehnissen zu lernen.

Legende: Video Hillary Clinton muss sich erklären abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.01.2013.

Clinton war deutlich: «Ich übernehme die Verantwortung», bekräftigte sie vor dem aussenpolitischen Ausschuss im Senat. Es habe für sie höchste Priorität, aus den Geschehnissen zu lernen und die Sicherheit für die diplomatischen Einrichtungen der USA zu verbessern.

Republikaner vermuten Vertuschung

Bei dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi waren am 11. September 2012 der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Hinter der Attacke standen radikale Islamisten.

Laut einer Untersuchung des US-Aussenministeriums gab es an dem Konsulat Sicherheitslücken. Clinton: «Niemand ist mehr verpflichtet als ich, das wieder gut zu machen.» Später sagte Clinton auch vor dem aussenpolitischen Ausschuss des Repräsentantenhauses aus.

Die Republikaner haben die Regierung von Präsident Barack Obama deshalb scharf kritisiert. Sie warfen ihr vor, die sich verschlechternde Sicherheitslage in Libyen ignoriert zu haben. Auch habe man die Proteste fälschlicherweise als blosse Demonstration gegen ein Anti-Muslim-Video eingestuft.

Nach den tödlichen Zusammenstössen seien diese dann zunächst heruntergespielt und vertuscht worden. Die Anhörung Clintons war bereits im Dezember geplant. Wegen einer Erkrankung der Ministerin musste sie aber verschoben werden.

Ambitionen auf das Präsidentenamt 2016

Clintons Auftritt auf dem Capitol Hill wird vermutlich der letzte offizielle ihrer Amtszeit gewesen sein. Nachfolger John Kerry soll am Donnerstag in das Amt eingeführt werden.

Für das positive Bild ihrer Amtszeit als Ministerin ist Clintons Auftreten vor den Ausschüssen dennoch von Belang. Beobachter vermuten, die scheidende Aussenministerin habe Ambitionen auf das Präsidentenamt nach Obama. Die Wahlen werden 2016 stattfinden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Das sind ja ganz neue Töne, dass für einmal eine Person aus den allerhöchsten politischen Kreisen - und zwar weltweit - für ein Debakel die Verantwortung übernimmt. Dieses "Geständnis" bedeutet wohl zugleich, dass H. Clinton im Jahr 2016, wenn die nächsten Präsidentschaftswahlen anstehen, kaum kandidieren wird, wie immer wieder spekuliert worden ist, weil es auch dann zahlreiche Stimmen gäbe, die ihr dieses "Bengasigate" vorwerfen würden. Zudem wäre sie dann schon fast 70-jährig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      Nicht gewährte Barmherzigkeit darf für sich selber auch nicht erhofft werden. Ihre Person - AUS DEN WELTWEIT ALLERHÖCHSTEN POLITISCHEN KREISEN - soll Obama solange bekniet haben, bis dieser einwilligte, die Libyer zu bombardieren. Dies zeitigt heute Auswirkungen in Mali, Algerien + der EU. Person dürfte somit NICHT wegen ihres Alters nicht kandidieren, sondern, weil eine wahrhaft grosse Person weder einen Wurm zertritt, noch vor dem Kaiser kriecht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen