Bengasi-Angriff: Auch Senat wirft Aussenministerium Fehler vor

Der US-Senat hat einen Bericht zum Angriff auf das Konsulat in Bengasi vorgelegt. Darin kommt das Aussenministerium schlecht weg: Obwohl sich die Sicherheitslage vor dem Vorfall verschlechtert hatte, sei die Vertretung in Libyen nicht geschlossen worden.

Ein Mann mit Fotoapparat blickt auf am Boden liegende Papiere in einem verwüsteten Hauseingang. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei dem Angriff in Bengasi wurde das US-Konsulat gestürmt. keystone

Der Bericht des Senatsausschusses für nationale Sicherheit macht happige Vorwürfe: Die Sicherheitsvorkehrungen seien vor dem Angriff vom 11. September völlig unzureichend gewesen.

Bei dem Angriff waren der US-Botschafter in Libyen, Chris Stevens, und drei seiner Mitarbeiter getötet worden.

Die Republikaner im Kongress kritisierten ausserdem, dass die Regierung den Angriff zunächst als Folge von Protesten gegen einen islamfeindlichen Film aus den USA dargestellt hatte.

Schutz soll verstärkt werden

Die Senatoren empfehlen in ihrem Bericht nun, dass sich das Aussenministerium auch ohne unmittelbare Bedrohung auf alle Arten von Angriffen vorbereitet. Sollte der Schutz durch das Gastgeberland unzureichend sein, müssten die eigenen Vorkehrungen verstärkt oder die Einrichtung geschlossen werden, hiess es.

Zudem sollte das Ministerium in Libyen und anderen nordafrikanischen Ländern verstärkt ein Auge auf neu entstehende gewalttätige islamistische Gruppen haben.

Das Aussenministerium war bei einer internen Untersuchung selbst zum Schluss gekommen, dass die Sicherheitsvorkehrungen um das Konsulat unzureichend gewesen seien. Eine unabhängige Kommission war ebenfalls schon zu diesem Schluss gekommen.

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US-Mission mit Sicherheitsmängeln (Tagesschau, 19.12.2012)

0:58 min, aus Tagesschau am Mittag vom 19.12.2012