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International Bootsflüchtlinge wieder aufs Meer zurück geschickt

Indonesien, Thailand und Malaysia weigern sich, Bootsflüchtlinge bei sich aufzunehmen. Tausende Flüchtlinge treiben auf hoher See. Ihr Ziel ist offenbar Malaysia, doch der dortige Heimatminister erklärte: «Wir senden ihnen das richtige Signal, indem wir sie dorthin senden, wo sie herkommen».

Legende: Video Thailand bleibt hart gegen Bootsflüchtlinge abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.05.2015.

In Südostasien spitzt sich die Lage von Tausenden Bootsflüchtlingen zu. «Derzeit befinden sich rund 8000 Flüchtlinge in südostasiatischen Gewässern – auf teils nicht seetüchtigen Booten und ohne Versorgung», teilt die Internationale Organisation für Migration IOM mit.

Legende: Video 300 Flüchtlinge werden vor Thailand versorgt und weitergeschickt abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.05.2015.

Ihre Lage sei prekär: Die Boote seien überfüllt, es gebe nicht genug zu essen und zu trinken und Krankheiten breiteten sich aus. Der Chef des IOK rief die Behörden Thailands, Malaysias und Indonesiens auf, die Menschen an Land zu lassen.

Das Ziel der Flüchtlinge sei Malaysia, doch dort weigert man sich, die Flüchtlinge aufzunehmen. «Wir senden ihnen das richtige Signal, indem wir sie dorthin senden, wo sie herkommen», sagte Malaysias Heimatminister.

«Wir haben ihnen verboten einzureisen, aber wir haben sie mit Lebensmitteln und Wasser versorgt, um unsere menschenrechtliche Pflicht zu erfüllen», sagte der Chef der regionalen Polizei.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Bereits am vergangenen Wochenende waren in Indonesien und Malaysia 1600 Bootsflüchtlinge angekommen. Malaysia hatte einige von ihnen inhaftiert. Indonesien versorgte rund 500 Insassen eines Boots mit Verpflegung und Medikamenten, bevor diese Richtung Malaysia weiterfahren wollten.

Das Flüchtlingsproblem betrifft die ganze Region. Thailand und Indonesien verfolgen offiziell die Politik, Boote nicht wieder auf See zurückzuschicken. Thailands Regierung geht aber gegen Schlepperbanden vor, nachdem 33 Leichen – mutmasslich Flüchtlinge – in der Nähe zur malaysischen Grenze gefunden worden waren.

Von Burma nach Malaysia

Wer flieht?

Nach Angaben der UNO haben in den ersten drei Monaten des Jahres rund 25'000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Bangladesch und Burma versucht, sich mit Booten in andere Länder abzusetzen.

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97 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Thailand, Indonesien und Malaysia sind souveräne Länder die ihre Einwanderungspolitik selbst bestimmen. Wesentlicher Bestandteil dieser Souveränität scheint die Abweisung Illegaler und der Schutz der eigenen Bevölkerung zu sein.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    C.Jaschko,15.5./00.17/12.41.Wissen Sie überhaupt,was vegetarisch bedeutet?Solange Sie sich nicht ausschliesslich mit einheim.Bioprodukten ernähren,ob pflanzlich oder tierisch u.auf Fisch verzichten,haben Sie kein Recht,über andere so zu urteilen.Machten Sie sich je Gedanken,woraus Ihre Möbel geschreinert wurden,wer+unter welchen Bedingungen Ihre Kleider,Schuhe,ihre Alltagsgegenstände hergestellt hat?Es ist so einfach,pauschal über andere herzuziehen,sich selber 2x täglich in Unschuld zu duschen.
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  • Kommentar von beni fuchs, schaffhausen
    Lieber Reto M und Mitfiebernde Gemeinde, keine Sorge, es ging hier ja nie darum, diese Flüchtlinge aufzunehmen, warum also diese Torschlusspanik? Das erste und wenige das wir alle tun können, ist, etwas Anteilnahme am Schicksal dieser verlorenen Seelen zu zeigen, anstatt sie zurück auf See in den sicheren Untergang zu wünschen. Ist schon irgendwie besorgniserregend, diese Kaltherzigkeit in vielen Kommentaren. Wie sehr unser Dasein hier doch von Wut und Angst geprägt ist. gibt mir echt zu denken
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