Brasilien hängt Flaggen auf Halbmast

Die brasilianische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Gedacht wird der über 200 Menschen, die beim Brand in einer Disco umkamen.

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Diskothek wird zur tödlichen Falle

1:00 min, aus Tagesschau vom 27.1.2013

Die Diskothek wurde zur Todesfalle: Mindestens 233 Menschen sind bei einem Brand in einem Nachtclub in Brasilien ums Leben gekommen, mehr als hundert wurden verletzt. Hochgiftige Dämpfe lösten eine Massenpanik unter den Feiernden aus.

Bis zum Sonntagmittag waren alle Leichen aus den Trümmern geborgen. Nun soll untersucht werden, ob es ausreichend Notausgänge gab. Die Sicherheitskräfte der Diskothek «Kiss» hatten laut Feuerwehr offenbar eine zentrale Tür verriegelt.

Der Staat trauert

Präsidentin Dilma Rousseff brach eine Auslandsreise ab und ordnete drei Tage Staatstrauer an. «Es ist für uns alle eine Tragödie», sagte sie.

In Santa Maria sprach Rousseff in einem Gymnasium mit Familien und Freunden der Opfer. Es kam zu erschütternden Szenen. Die Staatschefin nahm dabei Angehörige in den Arm. Sie wurde vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Marco Maia, begleitet. «Das ist die Art von Tragödie, die man sich nicht vorstellen kann», sagte er.

Pyrotechnische Showeinlage als Brandursache?

Zu der Tragödie in der Universitätsstadt Santa Maria im Süden des Landes kam es nach ersten Erkenntnissen, als eine Band während ihrer Show eine Leuchtfackel entzündete. Die Funken setzten vermutlich das Dämmmaterial aus Isolierschaum an der Decke in Brand. Es verbreitete sich hochgiftiger Rauch. Die meisten Opfer erstickten.

Die ausgebrannte Diskothek in Santa Maria, Brasilien Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die ausgebrannte Diskothek «Kiss»: Bis zu 2000 Personen sollen darin Platz gefunden haben. Keystone

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Feuerwehrleute und Besucher verzweifelt Körper aus dem völlig verqualmten Eingang ziehen. In der Diskothek fanden bis zu 2000 Besucher Platz. Wie viele Menschen in der Nacht zum Sonntag tatsächlich in dem Gebäude waren, war zunächst aber unklar.

«Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmasses habe ich noch nicht gesehen», sagte ein Feuerwehrmann. Vor dem Gebäude versammelten sich Hunderte Angehörige und Freunde, die voller Angst auf Nachricht warteten.

Santa Maria ist etwa 300 Kilometer von Porto Alegre entfernt und Standort einer der grössten öffentlichen Universitäten des Landes. Zudem ist die Stadt auch durch ihre grosse Heeres- und Luftwaffenstützpunkte bekannt.