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International Bretagne fordert: «Stopp den Steuern»

Es brodelt in der Bretagne. Die Regierung Hollande fürchtet, dass die Unzufriedenheit auf andere Regionen übergreifen könnte. Die Demonstranten sorgen sich um ihre Jobs. Sie machten ihrer Wut Luft und warfen Steine.

Legende: Video Demonstrationen in der Bretagne abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.11.2013.

Eine Grosskundgebung gegen Massenentlassungen und Steuerbelastung in der Bretagne hat nach Angaben der Veranstalter in Quimper mehr als 30'000 Menschen mobilisiert. Die Behörden sprachen von mindestens 10'000 Teilnehmern. Bei der Kundgebung kam es zu Zwischenfällen. In der Nähe der abgesperrten Präfektur warfen Protestler mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Es ist die zweite Kundgebung in der westfranzösischen Region innerhalb von zwei Wochen, die auch als Zeichen der Unzufriedenheit mit der Regierung des sozialistischen Präsidenten François Hollande zu verstehen ist. Dabei habe die Öko-Maut für Lastwagen «das Fass zum Überlaufen gebracht», sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Brennende Reifen

Wegen zahlreicher zusätzlicher Steuererhöhungen ist bei vielen Franzosen die Schmerzgrenze überschritten. Hinzu kommt ein tiefes Misstrauen gegenüber der Regierung, der Flickschusterei vorgeworfen wird.

In der Nähe von Quimper setzten Demonstranten eine Maut-Brücke durch angezündete Reifen in Brand. Als Zeichen des Widerstands trugen viele Menschen rote Mützen, Symbol der Opposition der Bretonen gegen Steuereintreibungen unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. «Recht auf Arbeit», «Stopp den Steuern» und «Der Franzose ist keine Milchkuh» stand auf Plakaten zu lesen.

Angst vor Jobverlust

Banner gegen die Ökosteuer
Legende: Überall auf der Autobahn hängen Banner gegen die Ökosteuer. Keystone

Seit Monaten häufen sich in der Region die Entlassungen bei Geflügelproduzenten, Schweine-Schlachtbetrieben oder in der Elektronik. Nach Angaben des Bürgermeisters von Carhaix, Christian Troadec, hat die Bretagne in der Industrie und der Nahrungsmittelindustrie im letzten Jahr etwa 8000 Arbeitsplätze verloren. Zum Protest aufgerufen haben Berufsgenossenschaften, Gewerkschafts- und Landwirtschaftsorganisationen.

Hunderte Polizisten waren im Einsatz, um Krawalle einzudämmen. Die umstrittene französische Öko-Maut für Lastwagen hat die Regierung bereits auf Eis gelegt hat. Doch die Protestler fordern, die Öko-Maut endgültig abzuschaffen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von G.Kirchhoff, Nusshof
    Ich hoffe das fegt die Roten weg und gleich auch noch unsere Roten. Kassieren und selbst nichts tun!!! Keine Arbeitsplätze schaffen und Geld ausgeben das sie nicht erarbeitet haben und das ihnen nicht gehört. Geld wegnehmen bis Diejenigen nicht mehr gewillt sind Geld zu generieren.
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    1. Antwort von Ein Hinseher, Kleinbösingen
      Und was hat den ein Barnevik bei ABB oder ein Ospelt bei der UBS gemacht? Was macht ein Brady Dougan heute? Es gäbe noch viele Beispiele von "angesehenen" Leuten, welche den Anlegern und Sparern das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne eine Gegenleistung in entsprechender Höhe.
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  • Kommentar von Marie-Luise Reck, Turbenthal
    Da ist genau das was BR J.S.-A. gesagt hat in der Arena es wird nicht mehr investiert, aber es kommen immer mehr Leute dazu die Arbeit wollen und ein Auskommen. Aber das kapieren C.Wermuth und Anhang ja nicht. Ich denke wen die Unzufriedenheit in Frankreich wächst, werden wir hier auch noch mehr Zulauf bekommen aber wen man Grossinvestoren schon vorher mit Regelung der Löhne vergrault, können wir ja Frankreich mal fragen wie sich das anfühlt.
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