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International Britische Regierung kehrt vor eigener Türe

Britische Inseln wie die Cayman Islands oder die Bermudas wollen künftig enger mit Grossbritannien und anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Das ist der Anfang des automatischen Informationsaustauschs – und das Ende dubioser Offshore-Geschäfte.

Anlegestelle auf den Cayman Inseln mit einem Willkommensschild, weisse Zäune und Hotels.
Legende: Willkommen auf den Cayman Inseln: Bald werden auch hier Bankkundendaten offengelegt. Reuters

Britische Überseegebiete, zu denen auch die Cayman Islands sowie die Bermudas zählen, müssen künftig automatisch Details zu Inhabern von Bankkonten bereitstellen. Dies kündigte der britische Finanzminister George Osborne an. Das sei ein «bedeutender Schritt im Kampf gegen illegale Finanzflüsse». Es werde hiermit ein «weltweiter Standard im Kampf gegen die Steuerflucht» geschaffen.

Grossbritannien will die Daten aus den Steuerparadiesen vorerst aber nur mit Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien teilen. Die fünf grossen EU-Staaten hatten im vergangenen Juni eine engere Kooperation vereinbart. Mit dem Ziel, Kontodaten nicht nur auf Anfrage, sondern automatisch auszutauschen.

Jersey und Guernsey ausgenommen

Die Kanalinseln Jersey und Guernsey sind von der Massnahme vorerst nicht betroffen. Osborne bestätigte zwar, dass die Überseegebiete Bermuda, Cayman Islands, British Virgin Islands, Anguilla, Montserrat, Turks und Caicos ebenso wie die Isle of Man zum Austausch von Kontodaten übergehen müssten. Doch das Bankgeheimnis auf Jersey und Guernsey bleibe weiterhin erhalten.

London vollzieht diesen Schritt, wenige Tage nachdem Österreich als letzter EU-Staat seinen Widerstand gegen die Aufhebung des Bankgeheimnisses aufgegeben hatte. Finanzministerin Maria Fekter hatte die österreichische Position mit Verweis auf die britischen Steuerparadiese zu rechtfertigen versucht.

Luxemburg hatte Anfang April die Aufhebung des Bankgeheimnisses für Steuerausländer ab 2015 bekanntgegeben. In Österreich hat sich die Bundesregierung letzte Woche darauf verständigt, mit den EU-Partnern über die Lockerung des Bankgeheimnisses verhandeln zu wollen. Bundeskanzler Werner Faymann strebt eine Einigung bis zum EU-Gipfel in drei Wochen an.

Druck auf Steuerparadiese aus den USA

Grossbritannien wurde aber nicht nur von der EU gedrängt, der Steuerflucht auf Niedrigsteuer-Inseln in ihrem Hoheitsgebiet einen Riegel zu schieben. «Hinter dieser plötzlichen Transparenz steht die amerikanische Dampfwalze», weiss Martin Alioth, Grossbritannien-Korrespondent von Radio SRF. Washington mache immer mehr Druck, um so genannte Fatca-Abkommen abschliessen zu können.

Hinzu kommt laut Alioth der britische Wunsch, glaubwürdig zu sein: Als Vorsitzende der G8-Länder, die sich in wenigen Wochen in Nordirland treffen, wollen die Briten der Steuerhinterziehung entschlossen entgegentreten. Damit sie sich künftig nicht mehr vorwerfen lassen müssen, sie predigten Wasser und tränken Wein.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    2. Teil: Somit ist der 2. Satz des Berichtes von SRF irreführend. Es muss sich nun erst weisen, ob nicht ein grosser Teil der Offshore-Geschäfte nun nicht auf die Kanalinseln und die Isle of Man verschoben werden. Die G-8 hat auf diesen Inseln nichts zu sagen, da Sie ja eben nicht Mitglied des GB sind.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Bei den Crown Dependencies handelt es sich um Jersey, Guernsey, Isle of Man u.sind weder Teil des Vereinigten Königreiches noch Kronkolonien wie Bermudas u. Cayman Isl. Sie sind auch NICHT Mitglied der EU!!! GB ist nur für Verteidigung u. Aussenpolitik zuständig. Sogar Zoll u. Einwanderung liegt in den Händen der Crown Dependencies. Das ist ein Konstrukt das bis ca. 900 n.C. zurückreicht, als Wilhelm der Eroberer von der Normandie aus England eroberte (Normannen) sowie die Kanalinseln.
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