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International Chaos und Gewalt in Zentralafrika: Wie weiter?

Die Zahlen erschrecken: Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht, über zwei Millionen sind auf Nothilfe angewiesen. Tausende sind in der Zentralafrikanischen Republik in den vergangenen Wochen getötet worden. Auch heute starben wieder 23 muslimische Flüchtlinge, darunter drei Kinder.

In der Zentralafrikanischen Republik ist ein Flüchtlingskonvoi angegriffen worden. Die Hilfsorganisation «Save the Children» berichtet, unter den 23 Toten seien auch drei Kinder. Der Konvoi mit Muslimen sei auf dem Weg vom nordwestlichen Bouar ins Nachbarland Kamerun gewesen, als er angegriffen wurde.

Die Hilfsorganisation sagte, der Angriff unterstreiche die angespannte und gefährliche Lage. Die Organisation ruft dazu auf, die internationale Militärmission auch auf entlegenere Provinzen auszudehnen. Die Gewalt dort bleibe meist unbemerkt und der Schutz der internationalen Truppen erstrecke sich nicht bis dorthin. Die Organisation fordert deshalb, wenn nötig mehr Soldaten zu entsenden.

Brenzlige Lage für «Ärzte ohne Grenzen»

Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik spitzt sich immer mehr zu. Inzwischen sind schon fast eine Million Menschen auf der Flucht, Tausende wurden getötet. In der Hauptstadt Bangui patrouillieren französische und afrikanische Truppen. Sie versuchen, Rache-Akte zwischen Christen und Muslimen zu verhindern. Die Sicherheit ist aber lange nicht gewährleistet.

Auf dem Flughafen der Hauptstadt Bangui warten Tausende Menschen auf Hilfe. Sie hausen unter Blachen zwischen kaputten Flugzeugen. Derweil bekriegen sich Muslime und Christen im ganzen Land. Weitere Soldaten der EU sollen im Bürgerkrieg eingreifen. (reuters)
Legende: Auf dem Flughafen der Hauptstadt Bangui warten Tausende Menschen auf Hilfe. Reuters

Organisationen wie die «Ärzte ohne Grenzen» können sich kaum bewegen. Probleme bereiten der Hilfsorganisation auch bewaffnete Zivilisten, wie Einsatzleiter Sylvain Groulx in der «Tagesschau» sagt: «Es gibt keine Front, jeder mischt sich ein. Plötzlich kommt es zu gewaltsamen Zusammenstössen.»

Seit dem Rücktritt von Präsident Michel Djotodja wird die Situation immer schlimmer. Jetzt sind es die christlichen Milizen, die zurückschlagen. Sie rächen sich an den Muslimen – an den Seleka-Rebellen, die Michel Djotodja an die Macht geputscht haben.

Brüssel soll Soldaten in den Krieg schicken

Bisher sind im Zuge einer Mission der Afrikanischen Union rund 4400 Soldaten im Einsatz. Frankreich hat weitere 1600 Soldaten entsandt, die meisten davon in die Hauptstadt Bangui.

Am Montag sollen die EU-Aussenminister in Brüssel grünes Licht für eine EU-Militärintervention in der Zentralafrikanischen Republik geben. Die Entsendung von 500 europäischen Soldaten soll beschlossen werden.

In den kommenden Tagen wird das Parlament einen neuen Interimspräsidenten wählen. Diesem wird es allerdings kaum gelingen, den Frieden im Land wieder herzustellen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd B., Basel
    Hätten wir keine Religionen, könnten diese auch nicht als Kriegsgrund dienen.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich glaube nicht, dass man mit den bisherigen Vorstellungen in Afrika ein friedliches Zusammenleben herstellen kann. Man kann doch nicht jahrzehntelang immer das gleiche versuchen! Eine andere Lösung welche man anstreben könnte, wäre nicht jeweils ein grosses Land unter die selbe Führung zu stellen, sondern vielleicht 3 oder 4 Länder aus einem machen. Für jede wichtige "Gruppe" z.B. Christen + Muslime usw. ein eigenen Land. Eine solche Lösung würde auch geschichtlich zu diesem Kontinent passen.
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  • Kommentar von Ramseier Heinz, Burgdorf
    Nachdem wir 37 Jahre in der RCA gelebt haben, bin ich erstaunt, wie die CH-Medien diesen tragischen Konflikt grob einseitig darstellen. Heute wieder 'Konflikt zwischen Christen und Moslems'. Die sog. 'christlichen' Anti Ballaka Rebellen sind durch okkulte Praktiken sogenannt unverwundbar gemacht worden und kämpfen gegen die an die Macht gelangten Rebellen Seleka. Sie sind in Wahrheit als GBAYA dem alten Präsidenten nahestehende Leute, die wieder an die Mach wollen.
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