Charlotte erlebt eine weitere Nacht der Gewalt

In Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina ist es die zweite Nacht in Folge zu Protesten gekommen, nachdem ein Polizist vorgestern einen Afroamerikaner erschossen hatte. Bei den neusten Protesten wurde eine Person durch Schüsse schwer verletzt.

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Polizeigewalt provoziert in USA Randalen

1:15 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.9.2016

Am zweiten Tag in Folge sind Proteste gegen Polizeigewalt in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina aus dem Ruder gelaufen. Durch Schüsse in der Menge wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt. Die Polizei erklärt, sie habe nicht geschossen.

Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um mehrere Hundert Demonstranten auseinanderzutreiben, berichteten Nachrichtenagenturen. Grund für die Proteste ist der Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse vor zwei Tagen.

Ein Schwerverletzter

Der Polizeichef von Charlotte, Kerr Putney, sagte, die Demonstranten seien aggressiv geworden. Ein Mann wurde von Schüssen schwer verletzt, wie die Stadt mitteilte. Er befinde sich in kritischem Zustand. Geschossen habe aber nicht die Polizei.

Karte, die Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina anzeigt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Charlotte wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. SRF

Verstärkung für die Polizei

Der Gouverneur von North Carolina, Pat McCrory, hat für Charlotte inzwischen den Ausnahmezustand ausgerufen. Er leitete zudem nach eigenen Angaben Massnahmen ein, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen.

Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte der Gouverneur gegenüber CNN. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option.

Der vorgestern von einem Polizisten erschossene Afroamerikaner, dessen Tod zu den Protesten führte, war nach Angaben der Polizei bewaffnet gewesen. In der Nacht danach waren bei Protesten 16 Polizisten verletzt worden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Nach den Polizistenmorden in Louisiana

    Aus Tagesschau vom 18.7.2016

    Der Mann, der drei Polizisten in Louisiana erschossen hat, ist ein afroamerikanischer Irak-Veteran. Nach den jüngsten Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze hatte er über Twitter zu Gegenwehr aufgerufen.

  • Neue Fälle von Polizeigewalt in den USA

    Aus Echo der Zeit vom 7.7.2016

    Schon wieder haben weisse Polizisten in den USA zwei Afroamerikaner erschossen; am Dienstag einen 37-Jährigen auf einem Parkplatz in Lousiana, am Mittwoch einen 32-Jährigen im Rahmen einer Fahrzeugkontrolle in Minnesota.

    Das weckt Erinnerungen an die Polizeigewalt, die im vergangenen Jahr zu Unruhen in verschiedenen US-Städten führte.

    Beat Soltermann