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Eskalation in Jerusalem Darum ist der Tempelberg so umstritten

Legende: Video Angespannte Situation in Jerusalem abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.07.2017.

Darum geht es

  • In den vergangenen Tagen ist der Streit um den Zugang zum Tempelberg erneut eskaliert.
  • Nach einem Attentat hatte Israel den Tempelberg für 48 Stunden geschlossen und strenge Sicherheitskontrollen eingeführt – unter anderem die umstrittenen Metalldetektoren.
  • Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu übernehmen, der Juden und Muslimen als Heiligtum gilt.

Der Tempelberg liegt in der Altstadt Jerusalems. Juden und Muslimen gilt er gleichermassen als bedeutendes Heiligtum. Vor fast zwei Jahren entzündete sich eine neue palästinensische Anschlagswelle an der Frage, wer den Hügel besuchen und dort beten darf.

Drittwichtigstes Heiligtum des Islam

Die Muslime nennen ihn Haram al-Scharif (Edles Heiligtum). Nach islamischer Überlieferung ritt der Prophet Mohammed von dort aus mit seinem Pferd in den Himmel. An dieser Stelle steht heute der Felsendom, mit dessen Bau im Jahr 687 begonnen wurde. Die goldene Kuppel ist ein bekanntes Wahrzeichen Jerusalems. Zusammen mit der benachbarten Al-Aksa-Moschee ist der Felsendom das drittwichtigste islamische Heiligtum.

Für die Juden ist der Ort ebenfalls von höchster Bedeutung, weil dort zwei jüdische Tempel standen. Die Klagemauer am Fuss des Tempelbergs ist der Überrest der ehemaligen westlichen Stützmauer des zweiten Tempels. Er wurde in der Zeit des Königs Herodes (73 bis 4 vor Christus) erbaut und von den Römern im Jahr 70 zerstört.

Wer darf auf dem Tempelberg-Plateau beten?

Jordanien ist bis heute Hüter der religiösen islamischen Stätten im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems, den Israel 1967 erobert und später annektiert hatte. Das Tempelberg-Plateau mit den beiden Moscheen untersteht heute der islamischen Wakf-Stiftung. Nur Muslimen ist es erlaubt, dort zu beten.

Rechte jüdische Organisationen wollen dieses Recht auch für Juden durchsetzen. Muslime empfinden den Besuch von Juden auf dem Tempelberg als Provokation.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Der Unfrieden in dieser Welt hat seinen Ursprung in der Anbetung des Götzen MAMMON. Ihm wird Alles unterstellt. Seine Opfer sind Menschlichkeit, Güte, Zufriedenheit, und Miteinander statt Gegeneinander. Sämtliche Kriege sind von ihm bestimmt und dienen dem einzigen Zweck, unersättliche Menschen mit mehr Geld und Macht einzudecken. GOTT oder ALLAH aber brauchen keine Tempel oder Moscheen, sie sind EINS und können im Herzen getragen werden. Um zu beten reicht jeder stille Platz dieser Welt.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Ach, hätte der Homo Sapiens doch nie die Religion erfunden. Damit hat er sich unlösbare Probleme geschaffen und Millionen seiner Spezies mussten elendiglich verenden. Es ist Zeit, dass das Phantasiegebilde Gott zurücktritt.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Habe ihn gefragt (IHN).. er hat nur gelacht und gemeint es sei interessant wie DUMM sich der Mensch benehme.. er amuesiere sich koestlich...
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    "Heiligtümer" würde ich mit Orten für den Götzendienst definieren. Der Mensch in religiösem Wahn war und ist von höchst beklagenswertem Übel und hat in seinen extremistischen Ausprägungen, wie den Kreuzzügen schon viel Unglück angerichtet. Leider ein rabenschwarzer Tunnel ohne Licht
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