Das irische Patt ist amtlich

Nun steht es fest: Die Stimmbürger der Republik Irland haben am letzten Freitag keiner Partei ein klares Mandat zur Regierungsbildung erteilt. Koalitionsverhandlungen haben noch nicht begonnen.

Am Donnerstagmorgen, sechs Tage nach der Eröffnung der Wahllokale, war es endlich so weit: Der letzte Wahlkreis beendete die Auszählung und Nachzählung der abgegebenen Stimmen und besetzte so die letzten der 158 verfügbaren Sitze im Parlament.

Dieses wird sich in einer Woche, am 10. März, zu seiner ersten Sitzung treffen.

Sitzverteilung in der irischen Abgeordnetenkammer

Die abtretende Koalition aus Fine Gael und Labour unter Taoiseach (irisch für Premierminister) Enda Kenny hat von den Wählerinnen eine klare Absage erhalten. Kenny hat seither mehrfach versichert, er sehe es trotzdem als seine Pflicht an, eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

Die offensichtliche Kombination aus Fine Gael und Fianna Fáil wird durch historische Altlasten erschwert: Die Vorväter der beiden Parteien hatten 1919-21 einen blutigen Bürgerkrieg gegeneinander geführt.

Denkbar wäre auch eine Minderheitsregierung unter Kenny, geduldet von Fianna Fáil, der eigentlichen Wahlsiegerin. Eine derartige Abhängigkeit von den Launen ihrer einstigen Erbfeindin stösst aber in den Reihen von Fine Gael auf Widerstand.

Am Donnerstag wollen sich die beiden neu konstituierten Parlamentsfraktionen zu ihren ersten Sitzungen treffen – getrennt, selbstverständlich. Die nächsten Wochen werden mehr Klarheit bringen.

Sitze der grössten vier Parteien (Veränderung gegenüber 2011)