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International «Das nennt sich Rechtsstaat»: Renzi belehrt Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan scheint es geradezu auf Streitigkeiten mit westeuropäischen Staaten anzulegen. Nach der heftigen Kritik an Deutschland wegen des Verbotes einer Liveschaltung zur Grossdemo in Köln ist jetzt Italien dran. Doch dessen Regierungschef hält dagegen.

Erdogan und Renzi
Legende: Da war der Ton noch freundlicher: Erdogan und Renzi am G20-Gipfel in Antalya 2015. Reuters

Nach heftiger türkischer Kritik an der deutschen Demokratie wegen der untersagten Live-Schaltung zu einer Demonstration in Köln und dem Visa-Ultimatum an die EU nimmt Ankara nun Italien ins Visier. Dabei hat Präsident Präsident Recep Tayyip Erdogan die Rechnung jedoch ohne dessen Ministerpräsidenten Matteo Renzi gemacht. Dieser lässt die Belehrungen nämlich nicht auf sich sitzen.

Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche gegen Erdogan-Sohn

Erdogan kritisierte am Dienstag die italienische Justiz wegen Geldwäscherei-Ermittlungen gegen seinen Sohn. Dieser hatte Italien, wo er angeblich ein 2007 begonnenes Studium beenden wollte, im März «aus Sicherheitsgründen» verlassen. «Wenn mein Sohn heute nach Italien zurückkehren würde, könnte er festgenommen werden», wurde Erdogan nun von verschiedenen Medien zitiert. Italien möge sich lieber um die Mafia kümmern.

Regierungschef Matteo Renzi wies den Angriff zurück. Nicht ohne Seitenhieb gegen das schonungslose Vorgehen Erdogans gegen vermeintliche Gegner seit dem gescheiterten Militärputsch. «In unserem Land antworten die Richter auf Gesetze und die italienische Verfassung, und nicht auf den türkischen Präsidenten. Das nennt sich Rechtsstaat», schrieb Renzi auf Twitter:

Und das Aussenministerium in Rom ergänzte, Italien kämpfe erfolgreich gegen die Mafia.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Es gibt bestimmt Unterschiede zwischen Erdogan u. z.B. Berlusconi, aber in einer Sache sind sie sich nicht unähnlich: Immer etwas selber an der Justiz rumschrauben. Und der Welt sehr, sehr lange als "Führer" eines Landes erhalten bleiben. Nicht nur ich habe mir ja mitunter die Augen gerieben über die italienische Politik, so nach dem Motto: Was macht Ihr denn da wieder, in Italien? Manche fürchteten schon, Berlusconi sei unsterblich. Und jetzt kommt dieser Erdogan u. prahlt so gegen Italien...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In Italien sind die mächtigen Teile der Mafia längst Teil des Staates. Sie haben ihre Gewinne aus illegalen Geschäften längst in strategische Bereiche der Ökonomie investiert. In der TR dürfte der Markt für Kriegsgewinnler riesig sein. Wer Verbindungen zur Macht hat, kann sich mit etwas Geschick dumm und dämlich verdienen. Krieg und die Finanzierung desselben ist ein Bombengeschäft. Im Prinzip geht es um die Kontrolle der Korruption der Kriegswirtschaft, um möglichst hohen Profit zu erzielen.
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  • Kommentar von Heinrich Abendland (Demokrat)
    Dann hätte wenigstens einer einen Uni Abschluss in der Familie.
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