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International Der Iran feuert Langstreckenraketen zur «Abschreckung» ab

Der Iran hat erneut ballistische Raketen getestet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wurden mehrere Raketen in verschiedenen Teilen des Landes erfolgreich gestartet. Allerdings verbietet eine UNO-Resolution Teheran den Einsatz solcher Raketen.

Raketenabschuss im Iran, kurz nach der Zündung
Legende: Der Iran will seine Raketentests in den nächsten Tagen fortsetzen. (Archivbild Oktober 2015) Keystone

Das iranische Militär feuerte die ballistische Raketen während eines Manövers ab. Es habe sich um Langstreckengeschosse gehandelt, berichten amtliche iranische Medien. Diese beriefen sich auf den stellvertretenden Kommandanten der Revolutionsgarden. Die Raketen hätten Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört.

«Abschreckungspotenzial» demonstriert

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Revolutionsgarden, Irans Elitearmee, nach offiziellen Angaben Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen getestet, um das «Abschreckungspotenzial» des Landes vorzuführen. Die Tests dienten lediglich der eigenen Sicherheit; sie bildeten keine Gefahr für andere Länder. Anders als von den USA behauptet, könnten die Raketen keine Atomsprengköpfe tragen, erklärte das Verteidigungsministerium.

Mit israelfreindliche Aufschrift versehen

Laut der Nachrichtenagentur Fars trugen zwei der Raketen eine israelfeindliche Aufschrift. Sie hätten auf Hebräisch den Schriftzug «Israel muss ausradiert werden» getragen.

Es ist das erste Mal seit Beginn der Präsidentschaft von Hassan Rohani 2013, dass dieser Satz im Iran wieder benutzt wurde. Rohanis Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad hatte damit 2005 für internationale Empörung gesorgt.

Gemäss UNO-Resolution verboten

Mitte Januar waren nach dem Inkrafttreten des internationalen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Das Abkommen zielt darauf ab, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern.

Sofort nach der Aufhebung der Strafmassnahmen im Januar verhängten die USA allerdings neue Sanktionen wegen des iranischen Raketenprogramms. Teheran bezeichnete diese als «unberechtigt», weil das Programm keine atomaren Ziele verfolge. Allerdings verbietet eine UNO-Resolution Teheran den Einsatz ballistischer Raketen.

Nur während Start angetrieben

Ballistische Raketen werden anders als zum Beispiel Flugabwehrraketen nur in der Startphase angetrieben. Der Antrieb bringt sie auf die nötige Geschwindigkeit. Danach bewegen sie sich nach den Gesetzen der Ballistik (Lehre von den geworfenen Körpern), werden aber gelenkt. Atomraketen grösserer Reichweite sind typischerweise ballistische Raketen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die USA sind sich ihrer Linie treu. Seit den Indianerkriegen ziehen sie gerne mit überlegenen Waffen in die Schlacht. Damals benutzten sie Maschinengewehre gegen schlecht oder gar nicht bewaffnete Ureinwohner. Angriffe und Eroberungen nannten sie früher bereits oft Vergeltungsschläge. Wie sich die Vorgehensweise immer noch ähnelt. Da ist es kein Wunder, dass man sich als potentielles Angriffsziel so gut wie möglich vorbereitet. Und sich potente Verbündete sucht.
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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Schade, gerade ist mir Herr Rohani und seine Erneuerer-Crew fast ein wenig sympathisch geworden - schon wieder futsch. Man sollte die Sanktionen gleich wieder in Kraft setzen.
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  • Kommentar von Frédéric Weil (Derrick)
    Wie erwartetet und immer wieder gesagt ... Iran tanzt der Welt auf der Nase rum. Mit den Test verstösst Iran gegen eine UNO Resolution und die Sache mit der Atombombe ist bei weitem nicht vom Tisch. Aber die Welt feiert sich selbst für einen Papyrussieg. Denn es stand auf den Raketen geschrieben: "Israel muss ausradiert werden". Und dies noch auf hebräisch. NETANYAHU HATTE MIT SEINER KRITIK ERWARTUNGSGEMÄSS RECHT.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Da gibt es viele Mittänzer, F.Weil - allen voran die USA, die mit ihren Militärbasen die ganze Welt terrorisieren. Neuestes "Kind". Die Drohnenbasis in Kamerun. Auch das Königreich Saudi-Arabien hat aufgerüstet. Wahrscheinlich hat es eine Atombombe, ohne dass dich die Atomenergiebehörde dafür interessiert. Schliesslich verkaufen die Saudis ihr Öl immer noch ausschliesslich gegen $. Deswegen gehören sie - trotz übelsten Menschenrechtsverletzungen immer noch zu den "Guten"...
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