«Der Tathergang passt zum IS»

Wie ist es möglich, dass die Attentäter in Istanbul in den Flughafen eindringen konnten? Offiziell seien die Sicherheitsmassnahmen sehr streng, sagt Journalist Thomas Seibert in Istanbul. Doch habe die Kontrolle «offenbar überhaupt nicht funktioniert».

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Bildlegende: Geschockte Menschen nach dem Anschlag in Istanbul. Keystone

SRF News: Wie glaubhaft es aus Ihrer Sicht, dass der IS hinter dem Anschlag steht?

Thomas Seibert: Es ist glaubhaft. Der Tathergang, mit Selbstmordattentätern zu operieren, passt durchaus zum IS. Es soll inzwischen auch ein Bekennerschreiben des IS geben.

Muss man davon ausgehen, dass die Zahl der Opfer noch ansteigt?

Es gibt einige Verletzte, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Die Zahl der Toten könnte sich deshalb noch erhöhen. Die meisten sind allerdings nur leicht verletzt und werden im Verlaufe des Tages aus den Spitälern entlassen werden.

Wie steht es um die Sicherheit des Flughafens Atatürk?

Das ist sehr umstritten. Offiziell sind die Sicherheitsmassnahmen sehr streng. Die Fahrzeuge werden kontrolliert, bevor sie Zugang zum Flughafen erhalten. Danach gibt es eine Einlasskontrolle. Will man noch weiter in den Flughafen hineingehen, also zum Beispiel zu den Gates, wird man nochmals kontrolliert. Es gibt also eine ganze Staffel von Kontrollen. Es stellt sich die Frage, wie Terroristen es schaffen können, mit Schnellfeuerwaffen bis zum Eingangsbereich des Flughafens vorzudringen. Offenbar hat zumindest die erste Kontrolle, die Fahrzeugkontrolle, überhaupt nicht funktioniert.