Deutsche sollen aus Ländern mit Ebola ausreisen

Die deutsche Regierung fordert ihre Landsleute auf, die von Ebola betroffenen Länder in Afrika zu verlassen. Laut der Weltgesundheitsorganisation könnte das Virus auch auf Kenia übergreifen. Das EDA verweist auf seine Reisehinweise.

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Bildlegende: Helfer tragen die Leiche eines Mannes in Liberias Hauptstadt Monrovia. Er könnte an Ebola gestorben sein. Keystone

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Bildlegende: In vier westafrikanischen Ländern forderte Ebola bisher Todesopfer. SRF

Wegen der Ebola-Epidemie hat das Auswärtige Amt in Deutschland alle seine Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert.

Das gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Virus' benötigt werde, sagte ein Sprecher in Berlin. Auch die deutschen Vertretungen blieben geöffnet. Diesen Schritt beschloss der Krisenstab der Bundesregierung wegen der weiterhin kritischen Lage.

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EDA-Reisehinweise

Informationen des EDA über Reisen in die betroffene Region finden Sie hier.

Keine spezielle Aufforderung für Schweizer

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten verweist auf Anfrage von SRF News Online auf die Reisehinweise mit speziellem Fokus auf die betroffene Region. «Grundsätzlich konzentrieren sich die EDA-Reisehinweise auf sicherheitsrelevante Informationen in den Bereichen Politik und Kriminalität. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren hingegen Ärzte und Impfzentren», lässt das EDA ausrichten.

In der Region unterhält die Schweiz eine Botschaft in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) hat hingegen ein Büro in Liberia. Laut EDA arbeiten dort auch zwei Schweizer. Die Arbeit dort werde unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fortgesetzt, teilte das EDA mit.

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Länder bitten um Medikamente

Nach Liberia hat auch Nigeria um die Lieferung des experimentellen Ebola-Mittels «ZMapp» gebeten. Eine Antwort aus den USA steht noch aus. Liberia hatte am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit dem Medikament zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der Hersteller allerdings mitgeteilt, seine Vorräte seien erschöpft.

Kenia will Kontrollen verschärfen

Wie die WHO meldet, besteht auch in Kenia ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Ebola-Epidemie. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr. Die zuständige Landesdirektorin Custodia Mandlhate sagte, es sei sehr wichtig, dass das ostafrikanische Land seine Kontrollen weiter verschärfe.

Nach Angaben des britischen Senders BBC landen wöchentlich 70 Flüge aus Westafrika in Kenia, darunter auch aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria. Die Regierung schloss zunächst aus, Flüge wegen der Epidemie zu streichen. In Ostafrika wurden bisher Verdachtsfälle in Uganda und Ruanda bekannt. Die Ebola-Tests fielen aber jeweils negativ aus.

Schweizer in Westafrika

Schweizer (davon Doppelbürger)
Guinea91 (32)
Guinea-Bissau8 (4)
Senegal372 (215)
Elfenbeinküste246 (148)
Liberia28 (12)
Sierra Leone10 (4)

Quelle: EDA, Stand: 30. Juli 2014