Deutschland ab 2015 ohne neue Schulden

Wie heisst es im TV immer so schön: «Die Älteren unter ihnen werden sich vielleicht noch erinnern können». So oder so ähnlich dürfte es den meisten Deutschen heute gegangen sein. Denn ab 2015 soll der Staatshaushalt ausgeglichen sein – das erste Mal seit 1969.

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Bildlegende: Finanzminister Wolfgang Schäuble freut sich: Deutschland hat erstmals seit 1969 ein ausgeglichenes Budget. Keystone

In Deutschland steht der erste ausgeglichene Bundeshaushalt ohne neue Schulden seit mehr als vier Jahrzehnten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss mit den Stimmen von Union und SPD den Etat für 2015.

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Knapp an der Rezession vorbei

Trotz zahlreicher Krisenherde und einer Konjunkturflaute in der Eurozone ist Deutschland eine neue Rezession erspart geblieben. Im dritten Quartal legte die grösste europäische Wirtschaft um 0,1 Prozent im Quartalsvergleich zu.

Der Etat sieht erstmals seit 1969 den Verzicht auf neue Kredite vor. Die «schwarze Null» soll auch in den Folgejahren stehen – trotz der von der schwarz-roten Koalition geplanten zusätzlichen Milliarden-Investitionen. Endgültig verabschiedet werden soll der Etat für 2015 Ende November.

In den Schlussberatungen der sogenannten Bereinigungssitzung drückte die Koalition die Gesamtausgaben im Vergleich zum Regierungsentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble um 400 Millionen auf nun 299 Milliarden Euro. Die Investitionen wurden dennoch um 364 Millionen Euro auf knapp 26,5 Milliarden Euro angehoben.