Tsunamis gibt es überall

Der Tsunami, der 2004 Küsten rund um den Indischen Ozean verwüstete, gilt als verheerendstes Ereignis der Neuzeit. Das Wort «Tsunami» brannte sich im kollektiven Gedächtnis ein. Doch Tsunamis gab es schon immer. Hier die eindrücklichsten Ereignisse.

    • 11. März 2011: Japan

      Es sind zweifellos die dramatischsten Tsunami-Aufnahmen: Schwarze Fluten wälzen über Menschen, Häuser und Autos hinweg und reissen diese kilometerweit mit sich. Der Katastrophe ist ein mächtiges Seebeben der Stärke 9 vorausgegangen. Neben der Flutwelle zählt auch eine Nuklearkatastrophe in Fukushima zu den Folgen: Radioaktives Material des AKW verseucht Luft, Böden und Gewässer. Noch Wochen später gibt es Nachbeben. Fast 20'000 Menschen sind tot oder werden vermisst.

      8:21 min, aus 10vor10 vom 11.3.2011

    • 25. Oktober 2010: Sumatra

      Ein Erdbeben der Stärke 7,7 löst auf den indonesischen Mentawai-Inseln vor Sumatra einen Tsunami mit drei Meter hoher Flutwelle aus. Sie dringt bis zu 600 Meter landeinwärts. Ganze Dörfer werden weggerissen. Wie das dramatische Seebeben von 2004 zittert die Erde auch dieses Mal bei der Spalte der Kontinentalplatten. Mehr als 500 Personen gelten als tot oder vermisst.

      0:26 min, aus Tagesschau vom 26.10.2010

    • Video «Schwere Naturkatastrophe» abspielen

      27. Mai 2006: Java

      Ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der indonesischen Insel Java löst einen Tsunami aus, der 5700 Menschen in den Tod reisst. Die Zerstörungen in der Stadt Yogyakarta ist massiv, fast alle Gebäude werden beschädigt. Keine zwei Monate später, am 17. Juli, löst ein weiteres Seebeben der Stärke 7,7 wieder einen Tsunami aus. Diesmal fordert die Katastrophe 300 Opfer.

      4:20 min, aus Tagesschau vom 27.5.2006

    • Video «Starkes Seebeben in Sumatra» abspielen

      28. März 2005: Sumatra

      Bei einem Seebeben der Stärke 8,6 vor der Küste von Sumatra kommen 1300 Menschen ums Leben. Am stärksten betroffen sind die Inseln Nias und Simeulue. Der etwa drei Meter hohe Tsunami hat keinen grösseren Schaden angerichtet.

      2:49 min, aus Tagesschau vom 28.3.2005

    • Video «Gewaltiges Beben im indischen Ozean» abspielen

      26. Dezember 2004: Indischer Ozean

      Ein Seebeben im Indischen Ozean vor der indonesischen Insel Sumatra der Stärke 9,3 – das drittstärkste je gemessene Beben – löst die schlimmsten Tsunamikatastrophe der Neuzeit aus. Die Flutwellen reichen bis nach Afrika, bis zu 230'000 Menschen in einem Dutzend Länder sterben.

      Die Tsunami-Katastrophe 2004

      16 min, aus Tagesschau vom 26.12.2004

    • zerstörtes Fernseh-Gerät Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . SRF

      17. Juli 1998: Papua-Neuguinea

      Innerhalb weniger Minuten verwandelt sich das Strandparadies in Papua Neuguinea in ein Massengrab. Eine gigantische Flutwelle – ausgelöst durch ein Seebeben der Stärke 7,1 – zerstört Dörfer und reisst schätzungsweise 3500 Menschen in den Tod.

      Tsunami in Papua-Neuguinea

    • zerstörtes Küstengebiet Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . U.S. Geological Survey Photographic Library

      16. August 1976: Philippinen

      Rund 700 Kilometer Küstengebiet auf den Philippinen verwüstet ein Tsunami, der durch ein Seebeben der Stärke 8 im Golf von Moro vor Mandanao ausgelöst wurde. Das Drama fordert mehr als 5000 Todesopfer; manche Quellen gehen von bis zu 8000 Todesopfern aus. In den folgenden 24 Stunden sind mehrere Nachbeben spürbar.

    • zerstörte Stadt Lissabon Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . SRF

      1. November 1755: Lissabon

      Drei Katastrophen zerstören die portugiesische Hauptstadt im 18. Jahrhundert fast vollständig: Ein Beben, ein Brand und ein Tsunami. Der Brand folgt auf das Beben der Stärke 8,5 bis 9. Der Tsunami überrascht die Menschen, welche ans Wasser geflohen sind. 30'000 bis 100'000 Menschen sterben. Das Unglück gehört zu den verheerendsten Naturkatastrophen Europas.

      Animation des Tsunamis bei Lissabon

    • 23. September 1687: Vierwaldstättersee

      Eine vier Meter hohe Welle rollt von Brunnen in Richtung Treib und richtet enormen Schaden an. Damals kann sich niemand erklären, woher die Welle kam, denn es war windstill, und ein Erdbeben hatten die Menschen auch nicht verspürt. Über 300 Jahre später hat Seismologe Flavio Anselmetti das Rätsel gelöst: eine Rutschung im Vierwaldstättersee.

      8:38 min, aus Einstein vom 19.5.2011

    • Beben vor Kreta (Karte) Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . SRF

      365 v. Chr.: Kreta

      Nahe Kreta verursacht ein Seebeben mit einer Stärke von mindestens 8 einen gewaltigen Tsunami. Beschrieben wird er vom römischen Historiker Ammianus Marcellinus, der von der charakteristischen Abfolge von Beben, Rückzug des Meeres und anschliessender Riesenwelle bei der ägyptischen Stadt Alexandria berichtet. Der Tsunami soll Zehntausende Menschen getötet und fast alle Städte auf Kreta zerstört haben.

    • Animation des Hangrutsches beim Ätna Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . Youtube

      6300 v. Chr.: Ätna

      Eine ganze Flanke des Vulkans Ätna auf Sizilien donnert ins Mittelmeer. Der ausgelöste Tsunami rollt durch das gesamte östliche Mittelmeer. Die Wellenhöhe wird auf bis zu 20 Meter geschätzt. Noch heute ist der Einschnitt an der Ostseite des Ätna sichtbar. Erst vor kurzem entdeckten Forscher am Meeresboden die riesigen Schuttmengen der Katastrophe.

      Animation der Katastrophe

    • Animation einer kreisförmigen Welle vor Norwegen Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . Youtube

      ca. 8200 v. Chr.: Norwegen

      Vor der Küste Norwegens im Meer befindet sich ein steiler Hang. Ein Beben löst eine Fläche der Grösse Islands an diesem Kontinentalabhang ab. Riesige Gesteinsmassen stürzen als eine gigantische Gerölllawine in die Tiefe. Der ausgelöste Tsunami hat die Küstengebiete des heutigen Norwegens, Islands, Grönlands und Grossbritanniens zerstört.

      Storegga-Ereignis

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Tsunami: Wie Indonesien weitere Katastrophen verhindern will

    Aus 10vor10 vom 22.12.2014

    Vor zehn Jahren brachte der Tsunami Tod und Schrecken über die Küsten des indischen Ozeans, insgesamt starben 230'000 Menschen. Was hat man in den versehrten Regionen für Lehren gezogen? «10vor10» reiste in die indonesische Stadt Banda Aceh, die damals fast vollständig zerstört wurde.