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Globale Militärausgaben Die Welt rüstet weiter auf

Legende: Video China will mehr in das Militär investieren abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die weltweiten Militärausgaben sind im vergangenen Jahr um geschätzt 0,4 Prozent auf rund 1700 Milliarden Franken gestiegen.
  • Die USA bleiben mit fast dreimal so hohen Rüstungsausgaben wie der Zweitplatzierte China mit Abstand weltweiter Spitzenreiter.
  • Vom Öl-Export abhängige Staaten wie Saudi-Arabien gaben 2016 weniger Geld für Rüstung aus.
Legende:
Diese Länder geben weltweit am meisten aus – Angaben in Milliarden US-Dollar für 2016 sipri.org

Jahrelang sind Militärausgaben in den USA gesunken. 2016 gaben sie nun erstmals wieder mehr Geld für Rüstung aus. Die Ausgaben stiegen leicht um 1,7 Prozent auf 611 Milliarden Dollar (etwa 615 Milliarden Franken). Das geht aus dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

Die USA bleiben damit mit Abstand weltweiter Spitzenreiter. Sie gaben fast dreimal so viel aus wie das zweitplatzierte China (geschätzte 215 Milliarden US-Dollar) . Auch in Asien und Europa stiegen die Militärausgaben 2016. In Latein- und Südafrika sowie Afrika – mit Ausnahme von Nordafrika – gingen sie dagegen trotz zahlreicher Konflikte zurück.

Sinkende Öl-Einnahmen und mit dem Ölpreis-Schock verbundene wirtschaftliche Probleme haben viele Öl-exportierende Länder gezwungen, ihre Militärausgaben zu verringern.
Autor: Nan TianForscher am Sipri-Institut

Auch vom Öl-Export abhängige Staaten wie Saudi-Arabien gaben 2016 weniger Geld für Rüstung aus. «Sinkende Öl-Einnahmen und mit dem Ölpreis-Schock verbundene wirtschaftliche Probleme haben viele Öl-exportierende Länder gezwungen, ihre Militärausgaben zu verringern», sagte Sipri-Forscher Nan Tian.

Russland zieht an Saudi-Arabien vorbei

Russland zog auch aufgrund eines unerwarteten Anstiegs seiner Ausgaben gegen Ende 2016 auf der Rangliste der Länder an Saudi-Arabien vorbei und belegte Platz drei. In den vergangenen Jahren hat nur China (Anstieg von 118 Prozent) seine Militärausgaben kräftiger erhöht als Russland (plus 87 Prozent). Indien rückte mit Ausgaben von 55,9 Milliarden US-Dollar auf Platz fünf vor Frankreich und dem Vereinigten Königreich vor.

Nato-Vorgaben von vielen Ländern verfehlt

Nur vier der 27 Nato-Länder erreichten 2016 das Nato-Ziel zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts: die USA, Estland, Frankreich und Griechenland.

Besonders Deutschland, Belgien, Kanada, Dänemark, die Niederlande und Spanien müssten ihre Ausgaben deutlich erhöhen, um dem Zwei-Prozent-Ziel zu entsprechen, auf das sich die Nato-Partner 2014 geeinigt hatten. US-Präsident Trump hatte die Nato-Länder aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen.

Schweiz mit tieferen Ausgaben

Nach stetigem Ausgabenanstieg seit 2014 reduzierte die Schweiz im vergangenen Jahr ihre Armeeausgaben um 144 Millionen auf 4,68 Milliarden Dollar. Das entsprach 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Insgesamt verzeichnete Westeuropa einen Anstieg bei den Rüstungsausgaben um 2,6 Prozent.
Legende:
Globale Militärausgaben seit 1988 – Angaben in Milliarden US-Dollar sipri.com

Sipri-Bericht

Zentrale Aussagen aus dem Sipri-Report für das Jahr 2016 finden Sie in der englischen Fassung hier.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Und wie die Aufrüsten. Jetzt hat China den ersten selbst entworfenen Flugzeugträger vorgestellt....aber zur Beruhigung ,USA besitzen 15.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Laut der "Zeit" will die deutsche "Rheinmetall" in der Türkei eine Panzerfabrik bauen... "Was kümmern mich Demokratie und Menschenrechte, solange die Kasse klingelt???"
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Und Firmen aus D. wollten Trump das Material für seine Mauer entlang der mexikanischen Grenze liefern. Erst auf heftige Proteste dagegen, haben sie ihre Angebote zurück gezogen. Ob es auch wirklich stimmt? Eben, was kümmern Menschenrechte, solange die Kassen klingeln?
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Trump weiss sicher alle Mitarbeitenden der Waffenindustrie inkl. deren Familien hinter sich - America First! Länder, die ihre Ressourcen nicht billig genug abgeben, werden zu Feinden deklariert, die man ungeniert angreifen darf- ja sogar "muss" - im Namen Gottes ("God Save America"). Die anderen (meist öl- oder gas-produzierende Länder oder strategisch wichtig gelegene Punkte) mutieren dann zur "Achse des Bösen."
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