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Verhaftungen nach Anti-Terror-Einsatz in Belgien
Aus Tagesschau vom 18.06.2016.
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International Drei Männer nach Anti-Terror-Einsatz in Belgien in Haft gesetzt

Nach der Festnahme von zwölf Personen bei einer Polizeiaktion in der Nacht sind drei belgische Staatsangehörige definitiv in Haft genommen worden. Ihnen wird Terrorismus vorgeworfen.

Die belgische Staatsanwaltschaft hat nach einem grossangelegten Anti-Terror-Einsatz Anklage gegen drei Männer erhoben. Ihnen werde «versuchter terroristischer Mord» sowie eine Beteiligung an den Handlungen einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Samstagabend mit.

Die drei Männer im Alter von 27, 29 und 40 Jahren hätten die belgische Staatsbürgerschaft. Die anderen neun bei den Razzien festgenommenen Verdächtigen seien inzwischen nach Verhören wieder freigelassen worden.

«Unmittelbares Einschreiten» war erforderlich

Insgesamt waren bei den Polizeiaktionen in ganz Belgien während der Nacht auf Samstag 12 Männer festgenommen worden. Insgesamt wurden laut Staatsanwaltschaft 40 Personen einvernommen.

Ermittlungsergebnisse hätten ein «unmittelbares Einschreiten» erfordert. Bei den Razzien habe es keine Zwischenfälle gegeben, hiess es weiter. Ob belastendes Material sichergestellt wurde, wurde zunächst nicht bekannt. Waffen oder Sprengstoff seien jedoch nicht gefunden worden.

Der nationale Sicherheitsrat entschied, die Terrorwarnstufe im Land zunächst unverändert auf der zweithöchsten Stufe zu belassen. Die Terrorwarnstufe 3 (von insgesamt 4) bedeutet, dass eine Terrorattacke möglich und wahrscheinlich ist.
«Das Signal das wir damit senden, ist ein beruhigendes», sagte Premierminister Charles Michel im staatlichen Rundfunk RTBF zufolge. Einige Minister, darunter auch Michel, waren demnach zuvor unter besonderen Schutz gestellt worden.

EM-Fussballspiel Belgien-Irland im Fokus

Beim Grosseinsatz in der Nacht durchsuchten Sicherheitskräfte insgesamt 152 Garagen und Dutzende Häuser in 16 Gemeinden. Darunter war unter anderem der als Islamisten-Hochburg bekannte Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Dort war unter anderem im März Salah Abdeslam gefasst worden. Der 26-Jährige wurde im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris im November 2015 gesucht.

Medienberichten zufolge stand der Einsatz auch im Zusammenhang mit der Fussball-EM und dem Spiel der belgischen Nationalmannschaft gegen Irland. Die Tageszeitung «De Standaard» berichtete, im Fokus der Verdächtigen habe ein Fan-Areal in der Innenstadt von Brüssel gestanden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bereits im Laufe der vergangenen Woche war die Anspannung in Belgien gestiegen. Die Tageszeitung «La Dernière Heure» und andere Blätter berichteten, dass Dschihadisten Syrien verlassen hätten, um in Belgien und Frankreich Attentate zu verüben. Für die Berichte gab es keine offizielle Bestätigung.

Achter Verdächtiger verhaftet

Im Zusammenhang mit den Anschlägen von vergangenem März haben die belgischen Behörden einen achten Verdächtigen verhaftet. Gegen den 30-jährigen Belgier sei Haftbefehl erlassen worden, so die Staatsanwaltschaft. Ihm würden «die Teilnahme an Aktivitäten einer Terrorgruppe, Mord sowie versuchter Mord in einem terroristischen Kontext» vorgeworfen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Jede Situation hat eine Vorgeschichte. Belgien selber hat eine brutale Kolonialpolitik betrieben. Das verheerendste ist jedoch die nicht erfolgte Integration ganzer Einwanderungsgenerationen. Es scheint noch schlimmer als in FR. Man kann jetzt zwar die aktuelle Gefahr bekämpfen, doch das eigentliche Problem bleibt bestehen. Und solange ehemalige Kolonialmächte nichts besseres zu tun haben, als durch Imperialpolitik weiteres Unrecht zu erzeugen, ernten beide Seiten Gewalt und Hass.
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    1. Antwort von Alfons Wilbert  (AlfWilbert)
      Im Gegensatz zu manch anderen ehemaligen Kolonialmächten trauert in Belgien keiner der Kolonialzeit nach, noch werden die Gräueltaten die im Congo stattfanden bestritten oder verschönert. Das Fehler bei der Integration von Einwanderern gemacht wurden wird ebenfalls nicht bestritten, allerdings is es auffallend, dass die erste generation der Einwanderer nicht am Terrorismus teilnimmt. Das Sie dem heutigen Belgien eine Imperialpolitik vorwerfen ist allerdings nicht nachvollziehbar.
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    2. Antwort von Erwin Jenni  (ej)
      @cs: Was sie hier von sich geben ist schlicht verwerflich. Was hat Belgiens Kolonialzeit in Afrika mit dem Aufstieg des Islamismus zu tun? Entweder kennen sie die Geschichte nicht, oder sie lenken bewusst von den tatsächlichen Gefahren ab. Immer nur einseitig die Ursachen für Gewalt und Terror bei westlichen Staaten zu suchen, verkennt die tatsächlichen Gründe dafür, die in der Kultur und Religion des Islam zu finden sind. Wer diesen Fakt immer noch nicht sehen will, ist auf beiden Augen blind.
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    3. Antwort von Christian Szabo  (C. Szabo)
      @Wilbert: Vlt. habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich habe nicht gemeint, dass Belgien noch aktiv Imperialpolitik betreibt. Aber ehrlicherweise müsste man zugeben, dass der Einsatz von belgischen Söldnern nicht all zu lange her ist. Natürlich haben jetzt andere Nationen dieses "Geschäft" übernommen. Doch Afrika und Nahost werden immer noch stark von aussen gelenkt, wobei die Methoden des Westens sich von denen Chinas unterscheiden. Aber das ist eine komplexe Geschichte.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach  (Artio)
    Es gibt diese extrem gewaltbereiten Typen? Sollte man alle junge Männer generell verbieten auf der Welt?
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  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Vielleicht sollten die Belgier einfach eine Mauer oder einen Stacheldraht-Zaun um Molenbeek bauen und jeden Passanten auf Waffen kontrollieren. Es kommen auf uns Zeiten zu, wie sie Israel schon lange kennt.
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    1. Antwort von Alfons Wilbert  (AlfWilbert)
      Verwechseln Sie bitte die Belgier nicht mit den Amerikanern und unseren Premier Charles Michele nicht mit Donald Trump! Wir Belgier können ja auch den Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland machen und werden weder um Molenbeek noch einem anderen Stadtteil der Europäischen Hauptstadt eine Mauer ziehen….
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