Dschihadisten-Machtkampf ist voll entbrannt

Bei einem Selbstmordanschlag in Aleppo soll ein Abgesandter von al-Kaida-Chef al-Sawahiri von rivalisierenden Dschihadisten umgebracht worden sein. Abu Chalid al-Suri hätte im Bruderstreit der Gotteskrieger vermitteln sollen.

Ein enger Vertrauter von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri ist offenbar bei einem Selbstmordanschlag in Syrien getötet worden. Der Geistliche Abu Chalid al-Suri gehörte zur Führungsriege der Bewegung Ahrar al-Scham, einer der grössten Rebellengruppen im Terror-Bündnis.

Schwarz gekleidete, vermummte und bewaffnete Dschihadisten defilieren auf einer Strasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Isis tritt in Syrien, aber auch im Irak immer martialischer auf. Keystone

Sowohl die rebellennahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte als auch die Islamische Front, das wichtigste Rebellenbündnis in dem Bürgerkriegsland, bestätigten die Ermordung al-Suris. Er hatte in Afghanistan und im Irak bei den Aufständischen gekämpft und galt als Intimus des 2011 getöteten Al-Kaida-Gründers Osama bin Laden.

Den Angaben zufolge wurde al-Suri zusammen mit sechs Gefolgsleuten in Aleppo von einem Mitglied der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) getötet. Die Islamische Front und die Isis kämpfen zwar beide gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, ringen aber auch untereinander um Einfluss in dem Bürgerkriegsland.

Al-Sawahiri hatte al-Suri im vergangenen Juni zum Gesandten ernannt, um nach der Fusionsabsage zwischen dem syrischen und irakischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida zwischen den rivalisierenden Lagern zu vermitteln.