Dutzende Tote bei Anschlägen auf Schiiten in Pakistan

Die Serie von Bombenanschlägen auf Schiiten in Pakistan reisst nicht ab: Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Trauerfeier starben in der Nacht 24 Menschen. Insgesamt kamen in den vergangenen Tagen bei Anschlägen fast 60 Menschen ums Leben.

Trauernde Angehörige nach der Bombenexplosion in Rawalpindi. (Keystone) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mindestens 23 Tote in Rawalpindi: Angehörige nach der Bombenexplosion. Keystone

Ein Selbstmordattentäter hat in der Nacht eine schiitische Prozession angegriffen und 23 Menschen in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren auch Kinder. 35 Menschen wurden durch die Explosion verwundet. Der etwa 18 Jahre alte Attentäter habe eine Sprengstoffweste getragen und sei mit Handgranaten bewaffnet gewesen, teilte die Polizei mit.

Angriffe von sunnitischen Extremisten

Bei zwei weiteren Bombenanschlägen auf Schiiten in der Hafenstadt Karachi wurden in der Nacht nach Angaben der Polizei zwei Menschen getötet.
Bereits am Mittwoch wurden in Pakistan drei Anschläge gezählt, bei denen 28 Menschen starben. Etwa 20 Prozent der mehr als 180 Millionen Pakistaner sind Schiiten. Sie begehen derzeit den Trauermonat Muharram. Sunnitische Extremisten greifen immer wieder Schiiten an.

Gipfeltreffen in Islamabad

Rawalpindi liegt direkt neben der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, wo heute Staats- und Regierungschefs aus acht vorwiegend muslimischen Ländern zusammenkommen wollen. Neben dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wollen auch sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an dem Gipfeltreffen teilnehmen.