Ebola: Mitarbeiter von Airline haben Angst

Angestellte der Fluggesellschaft Air France wollen nicht mehr nach Westafrika fliegen. Zudem ist die Nervosität gross, dass die Krankheit zur weltweiten Pandemie werden könnte. In Liberia wird ein ganzes Stadtviertel unter Quarantäne gestellt.

Kenianisches Gesundheitspersonal prüft die Temperatur bei Reisenden am Flughafen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kenianisches Gesundheitspersonal prüft die Temperatur bei Reisenden am Flughafen. Keystone

Die Besatzungen mehrerer Air-France-Flüge wollen nicht mehr in die von der Ebola-Epidemie betroffenen afrikanischen Länder fliegen. Gemeint sind Flüge nach Guinea, Sierra Leone und Nigeria. Den Besatzungen sei es freigestellt worden, ob sie die Regionen weiter anfliegen wollten, sagt die Airline.

Air France fliegt mehr Ziele in Westafrika an als andere grosse Fluglinien. British Airways und Emirates haben ihre Flüge in die betroffenen Gebiete bereits eingestellt. Laut WHO ist allerdings keine Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr oder im Handel erforderlich. Es müssten lediglich jenen Menschen Reisen verwehrt werden, die infiziert sind oder bei denen ein klarer Verdacht auf eine Ebola-Infektion besteht.

Ausgangssperre in Liberia

Die liberianische Regierung hat Qarantänezonen ausgeweitet und eine nächtliche Ausgangssperre über die Hauptstadt verhängt. In einem Elendsviertel von Monrovia brachen daraufhin Unruhen aus. Bewaffnete Sicherheitskräfte riegelten Teile des Stadtbezirks West Point ab, berichteten örtliche Medien. In dem Viertel leben rund 750'000 Menschen unter äusserst ärmlichen Bedingungen.

Zugleich ordnete Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf die Schliessung von Nachtclubs und Kinos an, wo normalerweise grössere Menschenmengen zusammenkommen. Die Massnahmen erfolgten nach Berichten über nachts auf den Strassen abgeladene Leichen.

Entflohene Ebola-Patienten wurden gefunden

Unter Bewohnern von West Point habe sich zuvor das Gerücht verbreitet, die Regierung habe das Gebiet unter Quarantäne gestellt, weil sie dort Ebola-Patienten aus anderen Landesteilen isolieren wolle. In dem Bezirk waren am vergangenen Wochenende viele Ebola-Patienten aus einer Isolierstation geflohen. Sie konnten aber bis Dienstag gefunden und in einer medizinischen Einrichtung untergebracht werden. Insgesamt wurden in Liberia nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum 16. August 834 bestätigte oder Verdachtsfälle gemeldet, 466 Menschen starben an der Seuche.

Liberia ist von der Epidemie in Westafrika am stärksten betroffen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich nach WHO-Angaben auf 1350. Allerdings geht die WHO davon aus, dass es bereits weit mehr Ebola-Opfer geben dürfte. Besonders in ländlichen Gebieten Afrikas würden längst nicht alle Sterbefälle von Gesundheitsbehörden registriert oder überprüft.

Gebiete abgesperrt

Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben Behörden auch Quarantänezonen im Grenzgebiet zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone eingerichtet. In Quarantänezonen werden bereits rund eine Million Menschen vom UNO-Welternährungsprogramm (WFP) mit Lebensmitteln versorgt.

Frühe Ebola-Symptome wie etwa Fieber oder Durchfall können auch von etlichen anderen Erkrankungen wie etwa Grippe oder Malaria herrühren. Ebola kann nur über einen Bluttest nachgewiesen werden.

Neuer Verdacht in Spanien

Einen neuen Ebola-Verdachtsfall gab es am Dienstag in Spanien. In der baskischen Wirtschaftsmetropole Bilbao wurde ein Patient wegen einer möglichen Infektion in eine Quarantäne-Station gebracht. Der Mann war kürzlich von einer Dienstreise aus Sierra Leone zurückgekehrt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel