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International Ein neues Buch bringt Hillary Clinton in Bedrängnis

Hillary Clinton wird wohl die offizielle Kandidatin der Demokraten für das Amt im Weissen Haus. Diese Favoritenrolle hat aber auch ihre Tücken. Die Gegner und die Medien schiessen sich schon 18 Monate vor der Wahl auf Clinton ein. Aktuell sorgt ein neues Buch für Schlagzeilen.

Alle gegen Hillary Clinton: Zum Beispiel der Republikaner Rand Paul. Er möchte selber gerne Präsident werden. «Wir erwarten wichtige Enthüllungen über die Clinton-Stiftung», erklärte er vielsagend. Die Stiftung, die Präsident Bill Clinton nach seiner Zeit im Weissen Haus gegründet hatte und für die Gattin Hillary und Tochter Chelsea, zumindest zeitweise, ebenfalls tätig waren. «Da sind Dinge passiert, die die Leute schockieren und ihre Meinung über Hillary Clinton auf den Kopf stellen werden», sagte Rand Paul.

Worum es geht, wissen die Leute in den USA schon heute, noch ehe das Buch mit den angekündigten Enthüllungen, die Rand Paul erwähnt, am nächsten Dienstag in den Buchläden aufliegen wird. Verschiedene Medien wie die «Washington Post» und die «New York Times» sind mit dem Autor von «Clinton Cash», Peter Schweizer, einen Deal eingegangen und haben dessen Nachforschungen vorab erhalten, mit eigenen Recherchen ergänzt und publiziert.

Entscheidungen beeinflusst

Der Hauptvorwurf an Hillary Clinton: Ausländische Donatoren hätten mit grossen Spenden an die Clinton-Stiftung und hohen Entschädigungen für Reden von Bill Clinton die Entscheidungen der damaligen Aussenministerin Hillary Clinton beeinflusst.

Im Buch sind mehrere Beispiele aufgeführt: Ein Uran-Deal, der vom US-Aussendepartement abgesegnet wurde und so den Russen Zugriff auf 20 Prozent der Uranproduktion in den Vereinigten Staaten gab. Oder ein Handelsabkommen mit Kolumbien, das nach einer Grossspende plötzlich vorangetrieben wurde.

Mängel in der Recherche

Happige Vorwürfe. Kein Wunder, schlagen die Angestellten von Clinton mit aller Härte zurück. Ihr Wahlkampf-Chef John Podesta etwa spielt direkt auf den Autor: Peter Schweizer sei ein früherer Bush-Mann, der einzelne Informationen zu einer Verschwörungstheorie verwoben habe, so Podesta.

Clinton an Rednerpult
Legende: 2008 hatte sich die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton im Vorwahlkampf Obama geschlagen geben müssen. Keystone

Clintons Sprecher veröffentlichte eine 5-Punkte-Replik, in der er einen Artikel der «New York Times» zerzauste. Einige Medien haben ebenfalls Mängel in der Recherche von Schweizer nachgewiesen. Andererseits musste die Clinton-Stiftung nach einem Reuters-Artikel zugeben, dass sie auf der Steuererklärung drei Jahre lang ausländische Spenden falsch deklariert hatte.

Der Buchautor Peter Schweizer selber behauptet, es gehe ihm nur darum, Klüngelei und Vetternwirtschaft aufzudecken und er plane ein ähnliches Buch über den Republikaner Jeb Bush. Doch auch Schweizer muss zugeben: Er habe keinen direkten Beweis, dass Spenden Entscheide direkt beeinflusst haben. Aber es gehe hier um ein Verhaltensmuster. «Ist das alles nur Zufall – oder steckt doch mehr dahinter?», fragte Schweizer im ABC-Fernsehen.

Fehlverhalten von Clinton

Wie auch immer die Antwort lautet: Das Thema ist lanciert. Intransparenz, Geldgier und die Clintons, damit lässt sich von rechts bis in die politische Mitte punkten. Und Hillary Clinton selbst liefert immer wieder neues Material: Als sie in einem Interview beispielsweise erklärte, ihre Familie sei bankrott gewesen nach Bill Clintons Amtszeit, obwohl schon damals klar war, dass sie mit Reden und Büchern Millionen verdienen werden.

Oder als publik wurde, dass Hillary als Aussenministerin eine private E-Mail-Adresse benützte und viele Mails löschen liess – was hatte sie zu verbergen? Fehlende Bodenhaftung, Fehlverhalten, aber keine Verbrechen. Im Wahlkampf ist das gut genug.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Was unterscheidet die Wahlen in den USA von denjenigen in Nordkorea? Wie wahrscheinlich ist es, dass in einer 'Demokratie' Präsidentendynastien aus denselben Familien sich über Jahrzehnte halten können (Bush, Clinton)? Ob ich jetzt A, B, C, oder D aus der faktisch gleichen Partei (die wiederum von Entscheidungsträgen gelenkt wird, die im Hintergrund bleiben) wählen kann oder den von der Zentralpartei vorgeschlagenen, macht nun wirklich keinen Unterschied. Es sind beides Diktaturen.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die Berichterstattung über mögliche Präsidentschafts-Kanditaten ist sehr umfangreich. Es werden alle möglichen und unmöglichen Menschen vorgestellt, bevor die Vorwahlen überhaupt beginnen. Wichtiger wären Berichte über die Budgets bei den Wahlen. Über das Lobbysytem und die grossen Spender national und international zu informieren, wäre für mich interessanter. Die Wahlkampfmanger werden über ihre Gegner noch sehr viel "Dreck" ausgraben. Ist das wichtig für die Welt?
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  • Kommentar von Markus Meier, Bern
    Ach, der SRF-Liebling Hillary Clinton - das ist aber traurig - mir kommen die Tränen. Hillary im O-Ton: "I'm running for president. Everyday Americans need a champion, and I want to be that champion." Der Yes-we-can-Demokrat Barack Hussein Obama hinterlässt ein unsägliches Desaster. Aber die Demokratin Hillary wird's bestimmt richten. Die Amerikaner sind auf dem besten Weg, sich gleich den nächsten Flop mit der "demokratischen Partei" einzubrocken.
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