Ein Toter bei Anti-Terror-Einsatz in Brüssel

Bei einer Anti-Terror-Razzia im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris ist es in Brüssel zu einer Schiesserei gekommen. Beim Einsatz wurden vier Polizisten leicht verletzt. Ein Verdächtiger kam bei dem Einsatz ums Leben, zwei weitere befinden sich auf der Flucht.

Schiesserei bei Anti-Terror-Razzia in Brüssel

  • In Brüssel fand eine Anti-Terror-Razzia im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris statt.
  • Ein Verdächtiger wurde von der Polizei erschossen.
  • Zwei weitere Verdächtige sind auf der Flucht.
  • Vier Polizisten wurden dabei leicht verletzt.

In Brüssel sind nach einem Anti-Terror-Einsatz der belgischen und französischen Polizei zwei bewaffnete Männer auf der Flucht. Ein Verdächtiger, bewaffnet mit einer Kalaschnikow, ist bei einem Schusswechsel mit den Sicherheitskräften «neutralisiert» worden, wie belgische Medien berichten.

Der Polizei-Einsatz hatte bereits am Nachmittag begonnen. Bei der Durchsuchung im Stadtteil Forest seien mehrfach Schüsse auf die Beamten abgefeuert worden, teilte Belgiens Staatsanwaltschaft mit. Dabei seien drei Polizisten angeschossen worden.

Zwei Verdächtige konnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft fliehen und verschanzten sich in einer anderen Wohnung. Ein weiterer Polizist sei bei einem späteren Schusswechsel verletzt worden.

Polizei jagt in Brüssel Bewaffnete nach Anti-Terror-Razzia

0:39 min, aus Tagesschau vom 15.3.2016

Sondereinsatzkräfte waren vor Ort, Strassen wurden gesperrt. Zwei Schulen und zwei Kitas in der Umgebung wurden evakuiert. Anwohner wurden nach eigenen Angaben von der Polizei aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Hauptverdächtiger von Paris nicht im Visier

Laut Staatsanwaltschaft stand die Razzia im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen von Paris im vergangenen Jahr. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, Polizeikräfte seines Landes seien an dem Einsatz in Brüssel beteiligt. Die Beamten seien mit schweren Waffen beschossen worden, sagte er bei einer Pressekonferenz im Ausland.

In Brüssel waren nach den Pariser Anschlägen vom 13. November die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Insbesondere der Stadtteil Molenbeek gilt als Drehkreuz für europäische Dschihadisten.

Dort lebten auch mindestens zwei der mutmasslichen Attentäter, die nach Erkenntnissen der Ermittler an den Anschlägen der radikal-islamischen Miliz IS in Paris im November beteiligt waren, bei denen 130 Menschen getötet wurden. Der in Brüssel geborene Hauptverdächtige Salah Abdeslam ist weiter auf der Flucht. Aus französischen Polizeikreisen in Paris verlautete jedoch, die Aktion in Forest habe nicht ihm gegolten.