Eine «Linie im Sand», die den Nahen Osten bis heute prägt

Der Franzose François Georges-Picot und der Brite Mark Sykes legten am 16. Mai 1916 die Aufteilung der damaligen Welt im Nahen Osten für ihre beiden Länder fest. Ungeachtet der ethnischen und konfessionellen Grenzen zogen sie eine verhängnisvolle Linie durch den Wüstensand.

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Die verhängnisvolle Sykes-Picot-Linie

1:39 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 16.5.2016

Noch während des ersten Weltkriegs teilten Frankreich und Grossbritannien das Osmanische Reich unter sich auf. Ungeachtet aller ethnischen und konfessionellen Grenzen zogen sie eine Grenze mitten durch den Nahen Osten. Die Gebiete nördlich davon kamen unter französischen Einfluss, die Region südlich unter britischen Einfluss.

Karte des Nahen Ostens mit französischem und britischem Einflussgebiet Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die «Linie im Sand» verlief entlang von Jerusalem, nördlich an Bagdad und Kirkuk und südlich an Mossul vorbei. srf

So entstand die koloniale «Linie im Sand», die bis heute Geschichte und politische Realität im Nahen Osten prägt. Sei es im Libanon, in Jordanien, Syrien oder im Irak.

Das Video oben zeigt, wie vor exakt 100 Jahren zwei europäische Grossmächte beschlossen, wofür die Region und Europa heute mehr denn je die Rechnung bezahlen.