Eine neue Partei für Deutschlands Euro-Gegner

In Berlin hat sich die neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegründet. Ihre Hauptforderung: den Euro abschaffen und aus der Eurozone austreten. Eine Rückkehr zur D-Mark kann sich die AfD ebenfalls vorstellen.

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Neue Partei gegründet. (Tagesschau 14.4.2013)

1:20 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 14.4.2013
Bernd Lucke, Hamburger Wirtschaftsprofessor und Gründungsmitglied der AfD. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eines der Gesichter der neuen Partei: Bernd Lucke, Hamburger Wirtschaftsprofessor und Gründungsmitglied der AfD. Keystone

Deutschland hat eine weitere Partei: Die «Alternative für Deutschland» (AfD) gab sich beim Gründungsparteitag in Berlin ein Wahlprogramm und wählte eine Dreierspitze. Der Parteitag in Berlin galt als erster Test dafür, wie ernst die Partei zu nehmen ist.

Die AfD könnte bei der Bundestagswahl im September vor allem dem bürgerlichen Lager wichtige Stimmen abjagen und damit den Wahlausgang entscheiden. Ihre Vertreter rechnen nach eigenen Worten mit einem zweistelligen Ergebnis.

Meinungsforscher sind zurückhaltender. Emnid, eines der grossen Institute in Deutschland, schliesst nicht aus, dass die AfD die Fünf-Prozent-Hürde schaffen könnte. Diese ist für den Einzug in den Bundestag nötig. Allerdings rechnet Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner kaum mit mehr: «Wenn die AfD Chancen auf fünf Prozent hat, dann kommen drei Prozent von den konservativen Nichtwählern und zwei Prozent von den Protestwählern», sagte er in einem Zeitungsinterview.

Zentrale Forderung der Partei ist die Abschaffung des Euro. Die neue Partei macht sich zudem für eine Änderung der EU-Verträge stark, um jedem Land ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Die AfD hat nach eigenen Angaben derzeit rund 7500 Mitglieder.