Ende von Guantánamo in Sicht?

Die USA haben weitere Gefangene aus dem umstrittenen Lager entlassen. Somit verbleiben so wenige Insassen wie noch nie im Internierungslager auf Kuba.

Eingang zu einem der Camps in Guantánamo Bay auf Kuba. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erweiterten die USA den Stützpunkt Guantánamo Bay in ein Gefangenenlager. Keystone

Die Zahl der Insassen im umstrittenen Lager Guantánamo liegt erstmals seit 2002 unter 100. Die USA entliessen zehn weitere Gefangene, wie das Pentagon mitteilte.

Damit sank die Zahl der Insassen auf 93. Die Männer wurden an die Regierung des Omans überstellt. Laut einer Übersicht der «New York Times» stammen sie alle aus dem Jemen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüsste den Schritt.

Schliessung bleibt schwieriges Unterfangen

Das Lager in Guantánamo Bay auf Kuba wurde 2002 geöffnet, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem Beginn des US-Einsatzes in Afghanistan. Ziel war es, Terrorverdächtige ohne Kriegsgefangenen-Status im Lager festzuhalten. In den letzten Wochen waren immer wieder Gefangene entlassen worden.

Die Schliessung des Lagers gehört zu den wichtigsten Zielen von Präsident Barack Obama. Dies bleibt auch während seinem letzten Amtsjahr ein schwieriges Unterfangen: Die Republikaner haben im Kongress die Mehrheit und an einer Schliessung keinerlei Interesse.