Entführer von Cleveland ist tot

Ein Monat nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft hat sich Ariel Castro im Gefängnis offenbar das Leben genommen. Der ehemalige Busfahrer hatte über Jahre hinweg drei Frauen gefangen gehalten, sie misshandelt und missbraucht.

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Bildlegende: Ariel Castro ist tot. Keystone

Der Entführer von Cleveland, Ariel Castro, ist tot. Der 53-Jährige wurde in seiner Gefängniszelle in Ohio erhängt aufgefunden.

Wie die Sprecherin der Strafanstalt mitteilte, versuchte das Gefängnispersonal erst, Castro wiederzubeleben – ohne Erfolg. Am Dienstagabend wurde er im Spital für tot erklärt.

Der Mann hatte nacheinander drei Frauen entführt und teils mehr als zehn Jahre lang gefangen gehalten, gequält und sexuell missbraucht. Nachdem eine Frau mit Hilfe eines Nachbarn fliehen konnte, kam das Martyrium seiner Opfer ans Licht.

Im Prozess entschuldigte sich Castro bei den Frauen. Er versicherte, nicht in böser Absicht gehandelt zu haben und kein gewalttätiger Mensch zu sein. «Ich bin kein Monster. Ich bin krank.»

«Du wirst für immer die Hölle durchleben müssen»

Castros Schuldbekenntnis hatte zwar bewirkt, dass seine Opfer vor Gericht nicht aussagen mussten. Eine der gekidnappten Frauen rechnete dennoch mit dem Täter ab: «Ich habe elf Jahre in der Hölle verbracht», sagte die 32-jährige Michelle Knight unter Tränen. «Nun beginnt Deine Hölle. Ich werde alles Geschehene überwinden. Aber Du wirst für immer die Hölle durchleben müssen.»

Am 1. August verurteilte ein Gericht Castro für seine Taten zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung. Die Anklage enthielt 937 Punkte, darunter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Castro hatte sich für schuldig erklärt und war damit der im US-Staat Ohio möglichen Todesstrafe entgangen.