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Nahaufnahme von Erdogan
Legende: Erdogan rief Putin dazu auf, die guten Beziehungen beider Länder wiederherzustellen. Reuters/Archivbild
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International Erdogan entschuldigt sich bei Russland

Sieben Monate nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Regierung in Moskau entschuldigt. Damit hat die Türkei einen aussenpolitischen Konflikt entschärft.

Gut ein halbes Jahr nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im syrischen
Grenzgebiet entschuldigte sich Präsident Recep Tayyip Erdogan der Regierung in Moskau zufolge bei Staatschef Wladimir Putin für den Vorfall. Dies könnte einem Ende der russischen Wirtschaftssanktionen den Weg ebnen.

Beziehungen verbessern

Erdogan habe Putin in einem Schreiben sein Bedauern und den Angehörigen des getöteten Piloten sein Beileid ausgedrückt, teilte das russische Präsidialamt mit. Erdogan habe erklärt, dass es ihm leidtue. Es sei nicht Absicht gewesen, das Flugzeug abzuschiessen. Erdogan sehe Russland als Freund und strategischen Partner und wolle die Beziehungen wieder verbessern.

Ein Sprecher Erdogans bestätigte den Brief, ohne von einer Entschuldigung zu sprechen. Der Präsident habe sein Bedauern ausgedrückt und die Familie des Piloten um Verzeihung gebeten. Die türkische Staatsanwaltschaft eröffnete ein neues Verfahren gegen die mutmasslich Verantwortlichen für den Abschuss.

Entschuldigung für Ende der Sanktionen

Der Abschuss hatte die Beziehungen beider Länder schwer belastet. Russland verhängte Wirtschaftssanktionen. Russische Touristen mieden die Türkei. Putin verlangte eine Entschuldigung. Die russische Maschine verletzte nach früherer türkischer Darstellung den türkischen Luftraum. Der Regierung in Moskau zufolge flog der Jet dagegen nur über Syrien. Russland kämpft in dem Bürgerkriegsland an der Seite von Präsident Baschar al-Assad, während die Türkei Rebellen unterstützt.

Streit mit Israel beigelegt

Ankara verständigte sich mit Israel auf eine Normalisierung der Beziehung. Grund der Krise war der Versuch pro-palästinensischer und islamistischer Aktivisten aus der Türkei, die israelische Seeblockade des Gazastreifens 2010 zu durchbrechen. Dabei starben 10 Türken. Nach der jüngsten Übereinkunft soll Israel 20 Mio. Dollar an die Opfer zahlen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von N. Belg  (Sinilga)
    "Der vergebene Feind wird nie dein Freund" Alischer Nawoi. Ich hoffe W.Putin weiss, wie auch hier damit umzugehen.
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  • Kommentar von Angela Keller  (kira)
    Verblüffende Wandlung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt sich von einer neuen Seite: Mit Israel hat er die sechs Jahre dauernde diplomatische Eiszeit beendet – und auch gegenüber Russland zeigt er sich nachgiebig. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Armee vor sechs Monaten herrschte Funkstille zwischen Russland und der Türkei. Nun hat der türkische Präsident die Familie des toten russichen Piloten um Verzeihung gebeten.Glaubt ihm Putin?
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  • Kommentar von Angela Keller  (kira)
    Auch gegenüber dem russischen Staat drückte Erdogan sein "tiefes Bedauern über das Vorgefallene" aus, wie er es auch schon früher geäussert hatte. Eine Entschuldigung gegenüber Moskau hatte er stets abgelehnt. Russland sei für die Türkei ein Freund und ein strategischer Partner, mit dem der türkische Staat die Beziehungen nicht verderben wolle, schrieb Erdogan nun laut Moskauer Angaben. Wie heuchlerisch gibt sich Erdogan noch? Es geht nur um bilaterale Verträge.
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