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Giftgasangriff in Syrien Erneut russisches Veto gegen Syrien-Resolution

Russland stellt sich gegen eine UNO-Resolution zum mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien. Es ist bereits das achte Veto seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs.

Bereits zum achten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien hat Russland mit einem Veto eine Resolution im UNO-Sicherheitsrat verhindert. Für den inzwischen vierten Entwurf einer Resolution zum mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien stimmten in New York zehn Mitglieder. China und zwei weitere Mitglieder des Sicherheitsrates enthielten sich der Stimme.

Internationale Ermittlungen blockiert

Der von Grossbritannien, Frankreich und den USA vorgelegte Entwurf hätte die mutmassliche Attacke auf das Schärfste verurteilt und die syrische Regierung verpflichtet, internationalen Ermittlern Zugang zu gewähren. Schon vergangene Woche waren mehrere Anläufe, auf den vermuteten Gasangriff mit einer Resolution zu reagieren, im UNO-Sicherheitsrat gescheitert.

Im überarbeiteten, vierten Entwurf wurde eine «vollständige Kooperation» der syrischen Regierung bei der internationalen Untersuchung des Angriffs verlangt.

Der britische UNO-Botschafter Matthew Rycroft äusserte sich auf Twitter enttäuscht: «Das Veto Russlands ist eine beschämende Wahl, um das giftige Regime Assad-Regime zu schützen. Wir werden unseren Einsatz verdoppeln, Gerechtigkeit für die Opfer zu bringen.»

Matthew Rycroft: Beschämender Entscheid, Assad zu schützen

In der vergangenen Woche war es den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats wegen einer Blockade Russlands nicht gelungen, ihre Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung des mutmasslichen Giftgasangriffs in Syrien durchzusetzen.

Nachweis für Sarin oder verwandten Stoff erbracht

Bei dem tödlichen Angriff auf eine syrische Kleinstadt Anfang Monat sei das Nervengas Sarin eingesetzt worden. Das sagte der britische Botschafter bei der UNO in New York. Britische Wissenschaftler hätten vor Ort Proben analysiert und festgestellt, dass es sich um Sarin oder eine ähnliche Substanz gehandelt habe. Zuvor hatte schon der türkische Gesundheitsminister gesagt, laut Analysen von Blut- und Urinproben sei Sarin eingesetzt worden.
Legende: Video Archiv: Entsetzen nach mutmasslichem Giftgas-Angriff abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.04.2017.

Wiederholter Giftgas-Einsatz

Die syrische Regierung hat nach Angaben von US-Aussenminister Rex Tillerson rund 50 Mal Chemiewaffen eingesetzt. Der Einsatz vergangener Woche sei nur einer von vielen gewesen.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Jetzt hat Putin schon zum wiederholten Male die Aufklärung dieses abscheulichen Verbrechens verhindert. Damit steht fest, dass der vom Russen unterstützte Giftgas-Assad der Täter ist, den man decken will. Es ist schon ebenso pervers wie absurd, dass die Russen gebetsmühlenhaft eine Untersuchung des Vorgangs fordern, aber wenn es konkret um die Umsetzung geht, dies blockieren.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Es droht ein episches Fiasko für die Trump-Adminstration und ihre westlichen Verbündeten. Das Massachusetts Institute of Technology ist eine der weltweit führenden Eliteuniversitäten und greift den White House Intelligence Report über die Nervengiftattacke in Khan Shaykhun frontal an. Der Chemiewaffen-Experte Professor Theodore A. Postol verneint einen Luftangriff kategorisch und macht ein 122 mm Artilleriegeschoss für die Freisetzung des Giftes verantwortlich; sein Bericht ist online zu finden.
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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Der UNO-Sicherheitsrat gehört schon lange zu den grössten Verschwender von Öffentlichen Geldern. An Ineffizienz nicht zu übertreffen.
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