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US-Attacke in Syrien «Es könnte bei diesem einen Schlag bleiben»

Die USA haben auf den mutmasslichen Giftgas-Einsatz in Syrien reagiert. Das passe eigentlich nicht zu Trumps Strategie, sagt SRF-Korrespondentin Priscilla Imboden.

Legende: Video «Rufe alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschliessen!» abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.04.2017.

SRF News: Wie begründet Trump diesen Schritt?

Priscilla Imboden: Mit dem Giftgasangriff auf die Zivilbevölkerung, den die USA Assad zuschreiben. Das sei eine schreckliche Tat gewesen, erklärte Donald Trump. Assad habe sich nicht an die Abmachungen gehalten, sein Chemiewaffenarsenal abzubauen. Er zeigt damit, dass er reagiert, im Gegensatz zu Obama, der bei einem weit schlimmeren Chemieangriff in Syrien auf einen Militärschlag gegen Assad verzichtete.

Ein Flughafen wurde angegriffen. Hat der US-Präsident auch einen weiterführenden Plan, was Syrien betrifft?

Das ist soweit nicht bekannt. US-Aussenminister Rex Tillerson erklärte, es finde keine Strategieänderung statt. Die USA kämpfen bereits in Syrien mit rund 1000 Soldaten und Kriegsflugzeugen gegen die Terrorgruppe «Islamischer Staat» (IS). Dieser Angriff ist aber der erste auf syrische Regierungstruppen. Er birgt durchaus Risiken. Wenn Assad geschwächt wird, so stärkt das den IS, was kaum im Interesse der USA ist. Insofern könnte es bei diesem einen Schlag bleiben.

Wenn Assad geschwächt wird, so stärkt das die Terrorgruppe Islamischer Staat, was kaum im Interesse der USA ist.

Hat Präsident Trump für diesen Raketenangriff die Rückendeckung des Kongresses?

Ja, die hat er grösstenteils. Sowohl republikanische wie demokratische Abgeordnete begrüssen den Abschuss der Raketen auf Syrien. Das sei angemessen und gerecht. Doch es gibt auch Kritik: Tim Kaine, Hillary Clintons Vizepräsidentschaftskandidat erklärte, Trump hätte die Bewilligung des Kongresses einholen müssen.

Der rasche Militär-Schlag passt nicht unbedingt zusammen mit der ‹America First›-Strategie Donald Trumps.

Präsident Trump hat Russland informiert, aber nicht in seine Entscheidung über den Angriff einbezogen. Begibt er sich damit auf Konfrontationskurs zu Putin?

Das ist wohl das grösste Risiko. Russland unterstützt die Regierung Assad und kämpft mit ihr gegen die Rebellen und gegen Islamisten, die das Assad-Regime stürzen wollen. Das Pentagon hat dem russischen Militär mitgeteilt, dass die USA den Flugplatz der syrischen Armee angreifen werden. Man wollte damit verhindern, irrtümlich russische Soldaten oder Flugzeuge zu treffen. Russland hat inzwischen auf den Angriff reagiert und sieht die militärische Kooperation mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien infrage gestellt.

Will Trump mit dieser Aktion innenpolitisch vom schwierigen Start seiner Amtszeit ablenken?

Das ist möglich, aber schwierig zu sagen. Der rasche Militär-Schlag passt nicht unbedingt zusammen mit der «America First»-Strategie Donald Trumps. Er hat gesagt, die USA würden sich fortan nicht mehr in Konflikte einmischen, die keine direkte Bedrohung für die amerikanische Bevölkerung darstellten. Es geht keine solche direkte Gefahr vom Assad-Regime aus. Insofern ist dieser Entscheid erstaunlich. Doch wenn es bei diesem einen Schlag bleibt und wenn er nicht weitere Probleme schafft, kann Präsident Trump gegen innen und aussen Handlungsbereitschaft signalisieren, also auch gegenüber Iran und Nordkorea.

Das Gespräch führte Susanne Schmugge.

Legende: Zoombare Karte auf die angegriffene Luftwaffenbasis SRF

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Alle Flugzeuge seien zuvor abgezogen worden, und die Pisten seien nicht beschädigt worden, nur einige leerstehende Hangars. Es lief wohl so ab: Trump hat zuvor Putin verständigt, also ist anzunehmen, dass Putin umgehend Assad verständigt hat, der blitzartig seine Flugzeuge in Sicherheit bringen liess. Und somit kam es nur zu einem "Schuss vor den Bug". Klar, dass sich Assad davon nicht beeindrucken lässt, aber Trump glaubt, Stärke gezeigt zu haben..
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Die Kommentare machen Mut, ich bin nicht allein im Glauben, dass alles etwas zu genau passt: Trump will Xi andeuten, dass er im Zweifel allein Nordkorea angreifen kann, lenkt gleichzeitig von seinem katastrophalen Start ab und distanziert sich öffentlich von Russland. Dafür etwas Giftgas in Kauf zu nehmen traue ich der US Regierung (jeder US Regierung, nicht nur Trumps) sofort zu. 50 Tote sind ja nicht mehr als eine einzige bombardierte Hochzeit, von Drohnenmorden ganz zu schweigen.
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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    "...rufe alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschliessen..." NO Mr. Trump - zivilisierte Nationen halten sich da raus. Noch keine 100 Tage im Amt und er zündelt bereits, bis es zum Flächenbrand kommt - im worst case weltweit... Mrs. Clinton wollte man nicht, wegen "Kriegstreiberin" - und jetzt ? Schickt er wieder "seine" Leute in den Krieg und die Demokraten dürfen den "kriegsmüden Scherbenhaufen" dann wieder versuchen aufzuräumen , sofern es dann noch was zum Aufräumen gibt...
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Zivilisierte Nationen? Sämtliche Nationen, welche sich, egal in welcher Form an Kriegen beteiligen, sind nicht zivilisiert. So sind es also alle diejenigen, welche Trump wohl damit meinte es nicht. Und schon gar nicht die ersten Staaten, welche Trump ihre Unterstützung zusicherten & ihm gratulierten. Er bisher von den "zivilisierten" Nationen, resp. Regierungen/Politiker/Innen mit Häme zugedeckelt, applaudieren sie ihm jetzt. Israel, GB D. F Araber & Türken. Armselig.
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