EU-Aussenminister entsenden Militärausbilder nach Mali

Die Spitze der EU-Aussenpolitik berät zurzeit in Brüssel die Lage in Mali. Dabei hat sie bereits erste Entscheide getroffen.

Video «Krieg gegen Islamisten in Mali» abspielen

Krieg gegen Islamisten in Mali

2:00 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.1.2013

Die Europäische Union entsendet Militärausbilder in das westafrikanische Krisenland Mali. Das beschlossen die EU-Aussenminister bei einem Sondertreffen in Brüssel, wie offiziell mitgeteilt wurde.

Im Rahmen des Einsatzes sollen bisherigen Planungen zufolge rund 450 Soldaten entsandt werden, darunter rund 200 Militärausbilder für die malischen Streitkräfte. Mit der Unterstützung der französischen Armee kämpfen die malischen Regierungstruppen derzeit gegen islamistische Rebellengruppen aus dem Norden des Landes. Die EU-Mission EUTM Mali soll sich nicht an Kämpfen beteiligen.

Zusatzinhalt überspringen

Vom Musterland zum Krisenstaat

Fast 20 Jahre lang, noch bis 2012, galt Mali als ein Musterbeispiel für Demokratie auf dem afrikanischen Kontinent: Die Malier bestimmten ihre Regierungen in demokratischen Wahlen, die Machtwechsel verliefen friedlich. Vor allem der Norden aber war auch immer wieder Schauplatz blutiger Gefechte. Mehr.

Westerwelle: Malische Armee muss das schaffen

«Wir wollen die afrikanischen Kräfte dabei unterstützen, dass sie in die Verantwortung für die Stabilisierung Malis treten können», sagte der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle zu Beginn des Treffens über die Ausbildungsmission. Dieser Einsatz sei «ein wichtiger Beitrag der Europäischen Union für eine stabile und verantwortungsvolle Entwicklung in Mali».

Langfristig werde es keine europäische Lösung geben können in dem westafrikanischen Land. «Auf Dauer geht es darum, dass die afrikanischen Kräfte und die malische Armee das schaffen müssen», fügte Westerwelle hinzu.

Neben der EU-Ausbildungsmission stehen auf der Tagesordnung des Treffens, an dem auch der malische Aussenminister Tieman Hubert Coulibaly teilnahm, weitere Überlegungen zur Unterstützung Malis. Dabei geht es etwa um finanzielle Hilfen für das Land sowie für die Eingreiftruppe der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Planspiele um Mali

10 min, aus Echo der Zeit vom 17.01.2013

Afrikanische Staaten schicken Truppen 

Ein ECOWAS-Sprecher erklärte unterdessen, Truppen aus Nigeria sollten noch heute in Mali eintreffen. Zudem würden Soldaten aus dem Niger an der Grenze zu Mali Stellung beziehen. Burkina Faso und Togo wollten am Wochenende oder Anfang kommender Woche ebenfalls ihre Soldaten entsenden.

Frankreich hat derzeit rund 1400 Soldaten in Mali. Nach und nach sollen aber nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums 2500 Soldaten in die Region entsandt werden, darunter auch französische Fremdenlegionäre.

Auch Entwicklungshilfe ein Thema

Die EU-Aussenminister werden der Regierung Malis eine Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe und andere Unterstützung zusichern, sofern sich die Übergangsregierung wirksam um eine Rückkehr zu demokratischen Strukturen bemüht. 

Im Nachbarland Algerien überfielen mutmassliche al-Kaida-Kämpfer ein Gasfeld und brachten zahlreiche Ausländer in ihre Gewalt. Die Geiselnehmer sprechen von Vergeltung. Sie fordern nach Angaben der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI ein Ende des französischen Einsatzes in Mali.